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ANDREAS KÜMMERT - Recovery Case

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Artist ANDREAS KÜMMERT
Title Recovery Case
Homepage ANDREAS KÜMMERT
Label POLYDOR
Leserbewertung
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6.0/10 (2 Bewertungen)

Fernseh-Deutschland ist ANDREAS KÜMMERT natürlich in erster Linie als Aussteiger beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest in Erinnerung. Seinen haushohen Gewinn (78,7 % hatten für ihn votiert) gab er an die Zweitplazierte ANN SOPHIE weiter, weil er sich nicht in der Verfassung fühlte, die Wahl anzunehmen. Inzwischen wissen wir, dass ANDREAS KÜMMERT, der 2013 die dritte Staffel der Casting-Show „The Voice of Germany“ für sich entscheiden konnte, an einer Angststörung litt. Nun mag es genügend Leute geben, die der Meinung sind, dass der dank Casting und Majorlabel-Deal genügend Medienerfahrung haben müsse, um den ganzen Zirkus durchzustehen. Für mich war der Verzicht ein sehr mutiger Schritt und das neue Album „Recovery Case“ zeigt, das er richtig war.

Nicht nur, dass der stimmgewaltige Unterfranke immer noch bei Universal unter Vertrag ist, auch die zwölf Songs können sich hören lassen. Angefangen beim vorwärtstreibenden „Train To Nowhere“ mit seinem lebensphilosophischen Ansatz nach dem Wohin und Woher, dem mit „Beside You“ eine rührende Ballade folgt, ehe „das akustisch anmutende „Falling“ Mut macht und sich das bluesige „Notorious Alien“ zu einem wahren Rock-Monster entwickelt. Mit dem groovigen „Ego Song“ zieht der 30-jähige dann die Blues-Karte, mit der er besonders gut punkten kann und die ganz eindeutig das As der Platte ist. „I Love You“ versteht sich als Hymne an die eigene Persönlichkeit, dem sich das knackige „One Day“ mit viel Schmackes anschließt. Ruhige Töne schlägt derweil „The Beginning Is The End“ an und auch „Reflection“ bleibt wie die Piano-Nummer „Lonesome But Free“ in ruhigeren Gefilden. Mit dem reduzierten „Silver And Gold“ ist die smoothe Aufforderung verbunden, sich auch an den kleinen Dingen zu erfreuen. Was dann ja auch schon mal ein paar gelungene Gitarrenriffs und eine ausdrucksvolle Stimme sein können. Bleibt noch „Desperate Moves“, das den Silberling mit einer gewissen Dramatik enden lässt.

Keine Frage, ANDREAS KÜMMERT verarbeitet mit „Recovery Case“ all das, was ihn in den letzten Jahren umgetrieben hat. Dabei hat ihm der SELIG-Gitarrist Christian Neander zusammen mit Michael Tibes als Produzent zur Seite gestanden. Kümmert lässt seine Fans ein Stück weit in seine Seele blicken und macht vor allem eingängige, handwerklich saubere Rockmusik mit Herz und Verstand.

1 Kommentar

  1. Volker B. sagt:

    Mal ganz ehrlich: Andreas Kümmert ist mit einer begnadeten Stimme gesegnet. Er hat allerdings die Medien eiskalt ausgespielt, um seinen Bekanntheitsgrad zu steigern. Bei der Absage der Voice-of-Germany-Tour habe ich ihm seine “Angststörung” noch abgenommen.
    Die Teilnahme am ESC-Vorentscheid hat jedoch gezeigt, dass das Ganze Methode hat: Er nutzt die Vorteile und verweigert die Arbeit – geplant und gezielt. Ein unkritischer Mensch mag das jetzt als “Rebellion” eines Rockmusikers auffassen…dann hätte es allerdings keine Wiederholung geben dürfen.
    Für mich unterste menschliche Sohle. Sorry, Andreas kümmert mich jetzt nicht weiter.

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