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ARCANE ROOTS - Melancholia Hymns

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Arcane-Roots-Melancholia-Hymns
Artist ARCANE ROOTS
Title Melancholia Hymns
Homepage ARCANE ROOTS
Label EASY LIFE RECORDS
Veröffentlichung 15.09.2017
Leserbewertung
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7.5/10 (2 Bewertungen)

Der britische Dreier ARCANE ROOTS treibt seit mittlerweile einer Dekade sein musikalisches Unwesen und hat es in dieser Zeit auf zwei EPs und ein vollwertiges Album gebracht. Letzteres ist nunmehr vier Jahre alt, und daher wurde es langsam Zeit für den jetzt vorliegenden, zweiten Full Length-Dreher namens „Melancholia Hymns“, mit dem es sich die Herren von der Insel erneut zwischen allen Stühlen bequem machen.

Auch nach mehrmaligem Hörgenuss – und das meine ich durchaus wörtlich – ist es so gut wie unmöglich, die auf „Melancholia Hymns“ dargebotene Musik zutreffend mit einem oder wenigen Schlagworten zu umschreiben, zu vielschichtig sind die in ihr zu findenden Einflüsse und Stilistiken. So beginnt der Opener „Before Me“ als ambienter Teppich aus Elektronika und wandelt sich in sanfter Steigerung zum waschechten Shoegaze-Schmachtfetzen, der direkt in den ebenfalls von pulsierenden, programmierten Beats getragenen Neo Prog-Nackenbrecher „Matter“ übergeht. Kaum das die Halsmuskulatur aufgewärmt ist, wird schon wieder auf die Bremse getreten und das eindringliche „Indigo“ weiß mit süßlichem Britpop-Touch und einer herrlich schönen Gesangsmelodie zu gefallen, die dem Albumtitel alle Ehre macht. Überhaupt ist das vielleicht beeindruckendste Element von „Melancholia Hymns“, abgesehen von der stilistischen Bandbreite, die in der Folge auch vor treibendem Alternative Rock („Off The Floor“ erinnert an die Marburger SINEW) und Djent-Anklängen („Arp“) nicht Halt macht, der durchweg überzeugende Gesang von Fronter Andrew Groves, der zwischen laut, leise, wütend und nachdenklich alle Stimmungen des Albums überzeugend und mit großer Melodieverliebtheit zu veredeln vermag. Davon, sowie von ARCANE ROOTS’ Talent für große, breit angelegte Arrangements, leben Songs wie der langsame Stampfer „Solemn“ und mutieren von einer guten Idee zu einer eingängigen Hymne (sic!). Dass das Ganze soundtechnisch einen deutlichen Pop-Anstrich hat, passt dabei zwar einerseits durchaus ins Gesamtbild (und zu bisherigen Tourpartnern wie MUSE oder ENTER SHIKARI), lässt aber andererseits einen Kracher wie das brettharte Post Metal-Ungetüm „Everything (All At Once)“ etwas allein auf weiter Flur dastehen. Durchaus möglich, dass sich der eine oder andere Fan der härteren Gangart daran stört und auf Abstand zu ARCANE ROOTS geht. Aber so ist das eben zwischen den Stühlen.

Fazit: „Melancholia Hymns“ ist eine gelungene Melange aus Synthie-Geplucker, KINGS OF LEON-Melodien und TESSERACT-Grooves mit hohem künstlerischen Anspruch, dem die ARCANE ROOTS selbst jederzeit gerecht werden. Für Indie-Fans, die auch mal ein kräftiges Riff vertragen, oder auch für abenteuerlustige Proggies ist das Album somit auf jeden Fall ein heißer Tipp.

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