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ARSIS - A Celebration of Guilt (Re-Release)

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Artist ARSIS
Title A Celebration of Guilt (Re-Release)
Homepage ARSIS
Label HAMMERHEART RECORDS
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Bereits 2005 gaben ARSIS in Europa ihren Einstand mit “A Celebration of Guilt“, das nun sieben Jahre später mit neuem Artwork und inklusive zweier Bonustracks (bisher nur auf der Vinyl-Version des Debüts zu finden) wiederveröffentlicht wird. In den USA, dem Heimatland der Band, wurde die CD bereits 2004 rausgebracht und sorgte damals für mächtig Furore, so dass das Duo James Malone (Gitarrist und Hauptsongwriter) und Michael Van Dyne (Drummer) als das nächste „große Ding“ gehandelt wurden.

Auch heute noch gilt “A Celebration of Guilt“ als eines der besten Debüts im Extremmetalbereich. Vielleicht auch der Grund für Hammerheart, die CD erneut herauszubringen. Ich kannte ARSIS bisher nur dem Namen nach. Im Folgenden möchte ich daher versuchen darzulegen, wieso die Platte seinerzeit so hoch gehandelt wurde und auch 2012 noch für Metaller wie mich, die die Jungs aus Virginia Beach bisher nicht kannten, interessant sein kann. ARSIS bestechen durch einen Mix aus wahnsinniger Schnelligkeit, eingängigen Melodien und blackmetallischem Keifgesang. Die instrumentellen Fähigkeiten der beiden sind bemerkenswert und am ehesten mit DEATH oder ATHEIST zu vergleichen. Musikalisch erinnern sie aber am ehesten an DARK TRANQUILITY oder AT THE GATES plus einer gehörigen Portion Abgedrehtheit. Der Opener „The Face Of My Innocence“ beinhaltet bereits alle beschriebenen Trademarks der Band. Technische Raserei trifft auf hymnische Melodien, die mit Kreischgesang unterlegt werden. Der vertrackte Song wird immer wieder durch ein Break, die Sologitarre oder einen eingängigen Midtempo-Part aufgebrochen. Die Stimme des Herrn Malone erinnert einen ein ums andere Mal an den unvergessenen Chuck Schuldiner (R.I.P.). Das folgende „Maddening Disdain“ ist weniger verschachtelt, mit einem geilen Riff versehen und bleibt gut im Ohr hängen. Im Gegensatz zum ersten Lied gehen ARSIS hier etwas thrashiger zu Werke. „Seven Whispers Fell Silent“ orientiert sich in ähnliche Richtung und wird durch klassischen Metal angereichert, weshalb das Lied in positivem Sinne pathetisch rüberkommt. Die anschließende sehr coole Speedgranate „Return“ läuft ebenfalls sehr gut rein und das mit einem klassischen Trash-Part beginnende „Worship Depraved“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. Das folgende Trio „Carnal Ways to Recreate the Heart“, “Dust and Guilt” und “Elegant and Perverse” rauscht trotz ihrer technischen Versiertheit, coolen Hooklines und Soli irgendwie an mir vorbei. ARSIS fordern dem Hörer ob des ständigen Geschwindigkeitsrausches und des auf Dauer eintönigen Gesangs allerdings auch einiges ab. „The Sadistic Motives Behind Bereavement Letters“ wird nach knapp anderthalb Minuten hingegen endlich mal durch einen schönen Groove-Part aufgelockert und verschafft einem so eine abwechslungsreiche Verschnaufpause. Das beatlastige und abwechslungsreichere „Looking to Nothing“ setzt sich wieder besser in den Hirnwindungen fest, ebenso „Wholly Night“. Beide könnten auch aus der Feder von besagten DARK TRANQUILITY stammen. So huldigen ARSIS auch mit den beiden Bonustracks „Veil of Mourning Black“ und „Painted Eyes“ dem Death Metal Göteborger Schule.

Insgesamt erzeugen ARSIS, der Name steht auch für einen musikalischen Begriff mit dem unbetonte Taktteile bezeichnet werden, viel Atmosphäre und schaffen es überwiegend, trotz des hohen Tempos, beim Hörer einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, indem sie geniale Melodien und Hooklines in ihre Songs einbauen. Zuletzt war die Band, die mittlerweile bei Nuclear Blast in Lohn und Brot stehen, im November 2009 zusammen mit BEHEMOTH, DEVIL DRIVER und SCAR SYMMETRY auf der Neckbreakers Ball Tour unterwegs. Da es in nächster Zeit scheinbar nichts Neues von den Burschen geben wird, kann man das Warten auf ein weiteres Lebenszeichen hervorragend mit “A Celebration of Guilt“ überbrücken. Wer das Debüt also bisher noch nicht kennt, sollte unbedingt mal reinhören. Für mich zwar nicht der oft beschriebene Meilenstein des melodischen Death Metal, aber eine CD, die man als Hörer dieses Genres auf jeden Fall kennen sollte.

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