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ARTRIDGE - Finished Soundtracks for Unshot Films

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Artist ARTRIDGE
Title Finished Soundtracks for Unshot Films
Homepage ARTRIDGE
Label INTERLINK AUDIO
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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9.3/10 (3 Bewertungen)

„It’s amazing what you can do with 3 chords – or more!“
Eigentlich ist ja bliepiges Elektronikgefrickel so überhaupt nicht meine Baustelle. Vielleicht liegt das am Trauma, das eine gar grauenhafte, uralte VANGELIS-Platte bei mir ausgelöst hatte, bei der man wahrscheinlich vollkommen abgespaced hätte sein müssen, um bewusstseinserweitert zu erkennen, dass da nicht einfach nur die Katze versehentlich im Tonstudio über ein paar Tasten und Knöpfe gelaufen ist. Doch ARTRIDGE, bestehend aus den Wahlberlinern Robin Pleil und Christoph Mainz, könnten da genau die richtige Medizin mit ihrer „contemporary industrial chamber music“ bieten. Der Amsterdamer und der New Yorker pendeln irgendwo zwischen Elektronika, neubautigen Klangcollagen, rotzigen Gitarrenriffs und Neoklassik und kreieren Soundlandschaften, die dem Albumtitel gerechter nicht werden könnten. Kopfkino. Das Konzept der ungefragten Filmmusik ist zwar schon von IN THE NURSERY bekannt, allerdings existieren bei ARTRIDGE diese Filme bis dato nirgendwo außer in der Phantasie des Hörers. Und sie sind teilweise verschieden wie Tag und Nacht!

Zwar beginnt der epische Einsteiger „Conclusion“ auch eher blubberig-fragmentarisch, doch nach viereinhalb Minuten wird der Sound flüssiger und regelrecht eingängig, leitet über in ein Motiv, das im dritten Track „Delos – One Way, Slight Return“ noch einmal aufgegriffen wird. „Exile“ wartet dagegen mit fast schon punkigen Riff- und Drumkaskaden auf, von Elektronik ist hier nur wenig zu hören. Shadowrun meets Matrix. Sprachsamples verleihen dem hektischen Grundrhythmus noch das letzte Quäntchen Abgedrehtheit. Im 12minütigen „Omsk“ treffen virtuoses Bassspiel und funkige Gitarren auf ein rhythmisches Grundgerüst, das fast schon an Drum `n Bass erinnert, und machen es zu fast schon tanzbaren Zugfahrt durch zuckende Neuronenwälder. Deutlich stringenter zeigt sich das überaus knappe „Tube“, in dem tatsächlich ein Stahlrohr die klangliche Hauptrolle zu spielen scheint, und das daher entfernt an Blixa Bargeld und Co. erinnert. Wie schon im zweiten Stück geht es auch bei „Disposition“ neoklassischer zu Werke, wo Cello und Kesselpauken auf triphoppiges Ambiente treffen und den synthetischen Aufbau mit einer ganz eigenen Prise Bombast würzen. „Mod Rat“ bietet vertrackt-melancholisches Pianospiel zu jammernden Streichern. Loungiger Barjazz of the future, dann ist die CD vorbei, die Filmrolle abgespult, das Licht geht an und man möchte am liebsten per Repeat-Taste noch eine Kinokarte lösen.

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