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ASSASSIN - The Club

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Artist ASSASSIN
Title The Club
Homepage ASSASSIN
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
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Mit den Düsseldorfer Kult-Thrashern ASSASSIN meldet sich die nächste 80er-Combo zurück auf der Bildfläche! Was kommt nicht alles (wieder) aus der schönen Stadt am Rhein: WARRANT (die allerdings keinen Bock auf ne neue Scheibe hatten und nur einige Gigs zockten), DIE KRUPPS um Mastermind Jürgen Engler (dort kann man wohl nach den starken Live-Shows mit neuem Material rechnen), uns Doro mit Original-WARLOCK. Nicht zu vergessen die unkaputtbaren Hosen und die wir-spielen-nie-wieder-zusammen-Kult-Thrasher DEATHROW (vielleicht bekomme ich ja wenigstens ein Interview mit den Vieren…). Nun denn, ASSASSIN veröffentlichten 1986 mit „The Upcoming Terror“ und 1988 mit „Interstellar Experience“ zwei geile Thrashscheiben und lösten sich danach sang- und klanglos auf. Irgendwann kriegten die Herren mal wieder Bock auf Mucke zocken und dabei sprang jetzt sogar diese neue Scheibe heraus. Über die Gründe wird ein Interview Aufschluss geben. Gerade wo doch Shouter Robert eigentlich in China lebt.

„The Club“ wurde in Eigenregie aufgenommen, man vertreibt das Teil selber, Gitarrist Michael Hoffmann hat das Teil produziert… alles in kleinem Rahmen halt. 17 Jahre sind mittlerweile ins Land gezogen, und dennoch ist man fast in Originalbesetzung am Start, lediglich die Position am Bass musste neu besetzt werden. Dass der Sound von Robert Gonella (v), Michael Hoffmann (g), Jürgen “Scholli“ Scholz (g), Frank Nellen (d) und Ufo Walter (b) damit natürlich nahtlos an die 80er-Schinken anknüpft dürfte jedem klar sein. Aufgrund der selbst finanzierten Produktion darf man hier keinen „Enemy of God“-Sound erwarten, dafür rollt einem das Thrash-Gebräu erstaunlich 80er-soundig ins Gehör, so dass die lange Zeitspanne zwischen der letzten Platte und der Neuen gar nicht groß auffällt! An der Aufnahme beteiligt war auch der 3.Ur-Gitarrist Dinko Vekic, der allerdings derzeit eine private Auszeit nehmen muss.

Insgesamt fällt auf, das ASSASSIN nicht mehr nur in Lichtgeschwindigkeit herumthrashen wie auf den beiden 80er-Werken, sondern des öfteren auch den Groovefuß benutzen. Da fühlt man sich an die völlig unterbewerteten Schweizer GURD erinnert. Aber keine Bange, es wird noch haufenweise Holz gehackt auf „The Club“! Und das herrlich tief in den 80ern verwurzelt, was man heute ja auch nicht mehr allzu häufig zu hören bekommt. Abseits jeglicher Soundtrends thrashen die Herren gleich mit dem Titeltrack los, als wären sie nie getrennt gewesen. Robert schreit/ brüllt sich Seele aus dem Leib, ohne auch nur einen Ansatz von Melodie durchzulassen. Klasse! „No Fear“ wartet dann mit einem fetten GURD-like-Riff auf, während „Raging Mob“ mit einem Drum-Intro eingeleitet wird, unterstützt von einem fiesen 80er-Gniedel-Solo… ja wann hat man so was zuletzt vernommen? Track No.4 „Bushwackers“ geht dann richtig nach vorne ab und handelt textlich von eben jenen. Das Outro des Songs „singen“ sie zusammen mit 25.000 Fortuna Düsseldorf-Fans im Stadion („wir woll’n Euch kämpfen sehn…“), haha! Cool. „Not with Us“ und „Psycho Terror“ kommen dann eher getragener und mit Stakkato-Rythmik daher. Auch „Go Insane“ geht zu Beginn in die gleiche Richtung, wenn auch mit einem fixen Riff. Entwickelt sich dann zum Refrain hin allerdings zum Smasher mit seinem sehr melodischen Lead-Riff und rasend schnellem Solo. Geil! Mit „Real Friends“ folgt dann ein richtiger Back-to-the-Roots-Thrasher, der einem eine herrliche Zeitreise beschert! „The Price of Power“ kommt mit coolem japanischen Sample-Intro und Sprech-Vocals um die Ecke, bevor nach 2 Minuten die Groove-Keule ausgepackt und zwischendurch rasend schnell abgethrasht wird. Klasse Teil und steht vergleichbaren KREATOR-Songs in nix nach! „Thunder and Lightning“ ist natürlich eine Cover-Version des THIN LIZZY-Hits, cool umgesetzt. Das fixe „Jin Tian Shen Huo“(heißt „Live for Today“) wird von Robert komplett in seiner Heimatsprache japanisch vorgetragen! Schöne Idee. Der letzte Track „I Swear“ setzt dann noch mal einen Groove-thrashigen Schlusspunkt unter das 55-minütige Comeback.

Bleibt zu resümieren, das ASSASSIN ihren eigenen Klassikern wie „Abstract War“, „Interstellar Experience“, „Forbidden Reality“, „Fight“ oder „Assassin“ nicht ganz das Wasser reichen können. Damals herrschte aber auch noch eine ganz andere Aufbruchstimmung, so dass man „The Club“ durchaus als sehr gelungenes Comeback sehen kann. Das Teil kostet 13 Euronen incl. P&P und ist nur über die Homepage zu beziehen! Bin gespannt, was der Gig Ende August in Düsseldorf bringt…

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