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ASTEROID - III

VN:F [1.9.22_1171]
asteroid-iii
Artist ASTEROID
Title III
Label FUZZORAMA
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.0/10 (1 Bewertungen)

Die Schweden ASTEROID sind seit zehn Jahren eine feste Größe in der Psychedelic- bzw. Stoner-Szene. Mit ihrem folgerichtig schlicht „III“ betitelten, dritten Album schließen sie nach einer selbst auferlegten, zweijährigen Schaffenspause die mit den ersten beiden Full Length-Drehern begonnene Albumtrilogie.

Verspielt waren die drei Herren aus Örebro schon immer, an diesem Approach hat sich auch auf „III“ nichts geändert und so wird des Hörers Ohr erneut nicht nur mit einer Fülle an grandiosen Melodien verwöhnt, sondern darf sich auch immer wieder an kompetent dargebotenen Gitarrenfrickeleien und spannenden Rhythmuswechseln ergötzen. Die Pause hat ASTEROID offenbar gutgetan, denn man merkt „III“ die so wieder gewonnene Frische und positive Energie deutlich an. Das gleichzeitig druckvolle und dennoch entspannt groovende „Wolf & Snake“ zum Beispiel erreicht einerseits ein beinahe COLOUR HAZE-verdächtiges Maß an Spieltrieb, verzichtet aber dabei dennoch nicht auf die urwüchsige Kraft des fuzzy dröhnenden Riffs. Ähnliches gilt auch für das großartige „Them Calling“, in dem sich diese Kraft mit einer Gesangsmelodie verbindet, die in puncto Ausdrucksstärke in dieser Art von Musik absoluten Seltenheitswert hat und den Song auf eine erstaunlich pathetisch-intensive Ebene hebt. Überhaupt sind es immer wieder diese Melodien, die auf „III“ einen gefühlt deutlich höheren Stellenwert bekommen haben und gleichzeitig verhindern, dass ASTEROID sich in allzu elegischen Instrumentalorgien verzetteln. Dabei werden diese nicht zwingend nur vom stimmlich beeindruckenden Gesang von Robin Hirse und Johannes Nilsson, sondern nicht selten auch von der Gitarre Hirses intoniert, wie zum Beispiel im Opener „Pale Moon“, der gekonnt in Richtung WISHBONE ASH schielt und zunächst den Eindruck erweckt, dass das Album ein wenig zu fluffig oder gar ruhig geraten sein könnte. Dies ist zum Glück bei näherem Hinhören nicht wirklich der Fall. Wenn überhaupt, sind ASTEROID anno 2016 allenfalls unaufgeregter als in früheren Zeiten und lassen ihren zahlreichen wirklich großen Momenten immer wieder ausreichend Luft zum Atmen. Genau das tun die sieben Stücke mit einer insgesamt leider recht kurzen Spielzeit von 37 Minuten: Sie atmen, und zwar diese angenehm süßliche Mischung aus Vintage-Patina, psychedelischem Nebel und dem feurigen Pathos des frühen Hardrocks. Alle Stücke wirken dadurch quicklebendig, selbst das ruhige „Silver & Gold“ macht da keine Ausnahme.

Fazit: ASTEROID liefern mit „III“ ihr bisher rundestes Werk ab und kommen dabei völlig ohne versponnene Egozentrierung aus, sondern lassen stets den Song selbst im Mittelpunkt stehen. Sicherlich, wie fast immer in diesem Genre, wird auch hier nichts völlig Neues geboten, aber wer allgemein etwas mit Desert-, Stoner- oder Psych-Rock, und im Speziellen mit Bands wie SIENA ROOT anfangen kann, wird hier nicht enttäuscht werden.

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