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ASTRIAAL - Renascent Misanthropy

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Artist ASTRIAAL
Title Renascent Misanthropy
Homepage ASTRIAAL
Label BLACKTALON MEDIA
Veröffentlichung 31.03.2004
Leserbewertung
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Manche Alben sind wie Männer: Unbeirrbar, stur, kraftstrotzend, grimmig und gelegentlich auch ein wenig eindimensional. Andere wiederum haben einen ausgeprägten weiblichen Charakter: Einschmeichelnd, umgarnend, verlockend, dabei aber auch zickig, hakenschlagend und maßlos übertreibend. „Renascent Misanthropy“ gehört in letztere Kategorie.

Eine durchaus erstaunliche Begebenheit für eine Black-Metal Kapelle obersten Härtegrads, aber an ASTRIAAL ist so Manches ungewöhnlich: So kommt die Band aus Australien, einem Fleck der Erde, an den man wenig mehr als gutgelaunte Surferboys und braungebrannte Sonnenbrillenschönheiten verortet hätte und obwohl gleich der Titel des zweiten Track die Handschrift der norwegischen Beinahe-Popstars von DIMMU BORGIR trägt („Ritual Hate Construct“) findet hier alles andere als eine traditionell geerdete schwarze Messe statt. Die nur eine Minute lange Ouvertüre aus der Feder des umtriebigen, von DARGAARD und ABIGOR bekannten Tharen wartet mit Jean-Michel Jarre-Chören auf und immer wieder finden sich kurze Inseln der Stille inmitten eines Tornados aus zielgerichteter Gewalt – „Aquisition of the Stars“ ist sogar ein liebliches Kleinod aus sich gegenseitig umrankenden feingliedrigen Melodien, welches auch einer Post-Rockband wie TRANS AM kaum besser gelungen wäre. Wenn aber zugelangt wird, dann richtig: Vor allem die mörderische DoubleBass steht im Zentrum der Aufmerksamkeit, die man zunächst aufgrund ihrer Heftig- und Basslastigkeit für Toms hält, und die Rhythmusarbeit beschränkt sich nicht auf ein voll durchgetretenes Gaspedal, sondern weiß gerade durch subtile Zwischeneinlagen und fließende Übergänge zu begeistern. Die Gitarren wiederum erhalten völlige Freiheit zum Austoben, dürfen mal rockig riffen, dann wieder irrsinnig wirbeln, ziehen den Stöpsel und den Hörer immer tiefer hinein in diesen Strudel, bis das Wasser sanft zu den Klängen von „The Halls of Perdition“ aus der Wanne fließt.

Feminin ist dieses Album auch in der Hinsicht, dass man all das gar nicht verstehen kann, es einen aber trotz eigentlicher Widersprüche und Unwägsamkeiten völlig in den Bann zieht. Und wem diese ganze weibliche Metaphorik zu schwächlich erscheint, kann sie auch zur Seite legen und „Renascent Misanthropy“ einfach als extrem überzeugendes Black Metal Album genießen oder an Lara Croft denken.

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