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ATENA - Possessed

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Atena-Possessed
Artist ATENA
Title Possessed
Homepage ATENA
Label INDIE RECORDINGS
Veröffentlichung 17.11.2017
Leserbewertung
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3.0/10 (2 Bewertungen)

Die bisher weitgehend unbekannten Norweger ATENA legen aktuell mit „Possessed“ ihr drittes Album vor und verarbeiten in den als Konzeptstory angelegten 35 Minuten Spielzeit eine breite Palette an Emotionen, basierend auf ihren autobiographischen Erfahrungen mit Angst und Depression. Diese spiegeln sich demnach auch folgerichtig in den vielseitigen Sounds des Albums wider.

So zumindest verrät es das Begleitschreiben der tendenziell eigentlich ziemlich geschmackssicheren Plattenfirma, und soweit mag das ja auch alles gut und richtig sein. Wenn dann jedoch weiterhin die Erwartung geäußert wird, dass „Possessed“ die norwegische Metalszene in eine neue Richtung pushen wird, bekomme ich es nach dem Hören der Scheibe selbst mit der Angst zu tun, ist diese doch vor allem bekannt für ihren hohen kreativen Output und einen – oftmals angeschwärzten – avantgardistischen, künstlerischen Ansatz. Nichts davon findet sich auf „Possessed“ wieder. Zwar zeigen sich ATENA darauf durchaus eigenwillig, allerdings in einem Maß, das jegliche Homogenität vermissen lässt und jeden musikalischen Fluss bereits im Keim erstickt. Ist der eröffnende Titelsong noch ein akzeptabler, brettharter Stampfer mit interessanter Gitarrenarbeit, der sogar leicht an CODE ORANGE erinnert, verlieren sich die jungen Nordländer bereits mit dem darauffolgenden „Confessional“ in der trendigen Nichtigkeit belangloser Nu Metal-Riffs und den dazu gehörigen, poppigen Melodie-Einsprengseln. Diese Tendenz setzt sich leider im weiteren Verlauf des Albums konsequent fort und driftet dabei sogar gelegentlich in derart weinerliches Geseier („Done With The Darkness“ oder „Lock Shut“) ab, dass LINKIN PARK daneben wie SLAYER wirken. Daran vermag auch der, immerhin recht angenehme, aggressive Gesamteindruck von „Possessed“ leider nichts zu ändern. Wenn dann, wie in „Oil Rigs“, noch ein uninspirierter Opernchor seine vermutlich programmierten Stimmen erhebt, ist mein persönlicher Bedarf an musikalischem Stückwerk endgültig gedeckt. Es bleibt die Frage, was daran nun überhaupt neu sein soll. Die Kombination aus modernen Stakkato-Riffs, harschen Extreme Metal-Vocals, Pop-Melodien und elektronischen Einsprengseln ist es jedenfalls schon lange nicht mehr. Selbst die technisch durchaus einigermaßen anspruchsvollen Djent-Ansätze in Verbindung mit Sprechgesang („Death Eating“) hat man schon früher – und deutlich authentischer und gekonnter – zum Beispiel von HACKTIVIST gehört.

Den obigen Zeilen mehr oder weniger zum Trotz bekommen ATENA für „Possessed“ von mir drei von zehn Punkten. Einen für die Mühe, die sie sich hörbar gegeben haben, den zweiten, weil sie durchaus spielen können, und den dritten für die beiden halbwegs gelungenen Tracks „Possessed“ und „Death Eating“.

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