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AURA NOIR - The Merciless

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Artist AURA NOIR
Title The Merciless
Homepage AURA NOIR
Label TYRANT SYNDICATE PRODUCTIONS/ PEACEVILLE
Veröffentlichung 14.04.2008
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

„The Doubtless“ wäre womöglich ein besserer Titel für dieses Album gewesen. Die selbsternannte „ugliest band in the world“ (ein erstaunlich zutreffender Titel übrigens) bestand noch nie darauf, von allen geliebt zu werden, aber es war ihnen schon immer verdammt viel daran gelegen, dass die Botschaft ankam. Sollten die Diskussionen über polyrhythmische Botschaften oder das letzte Kapitel von James Joyces „Ulysses“ doch bitteschön woanders geführt werden, bei den PORCUPINE TREEs und NEAL MORSEs dieser Welt! Mehr als fünf Jahre liegen zwischen „Deep Tracts of Hell“ und „The Merciless“ doch hat sich an dieser eindeutigen Aussage rein gar nichts geändert.

So findet der geneigte Black Metal Adept die selbe unheile Welt vor, die er so zu schätzen oder hassen gelernt hat, darf wiederum in Schlamm und Schleim wühlen. Mögen sich bei den Kollegen die Saiten stolz wie Segel im Wind der Harmonien blähen, getrieben von einer machtvollen Schlagzeug-Sklavenbatterie und angefeuert von einem glamourösen Fürsten der Finsternis – hier wüten die Gitarren verzweifelt im Hintergrund, während die Drumsticks unelegant auf Jogurtbecher einprügeln. Die Äxte ackern stumpf, der Sound bleibt laienhaft, die Arrangements ohne jegliche Überraschung. Gegen AURA NOIR muss jede dörfliche Punk-Combo wie DREAM THEATER erscheinen. Doch wer so argumentiert, zieht wahrscheinlich auch einen 1920er Beaujolais dem guten Roten vom Aldi vor, verspeist Froschschenkel statt Käsestulle und empfindet einen Sitzplatz beim TOM WAITS-Konzert als Rebellion. Dieses Album kümmert sich einen Dreck um das, was heutzutage technisch machbar ist, verzichtet auf Entwicklung und Fortschritt und schreckt vor Wiederholungen keineswegs zurück. Dafür gibt es so ungefähr alles, was man sich schon lange mal wieder wünschte: Saucoole Schweineriffs, rumpelnde Garagengrooves, rappelnde Refrains und ganz generell hammerharte hooks en masse. Das entspricht so ziemlich genau dem „Rock n Black“ den uns UHRILEHTO versprachen, aber einzulösen versäumten. Lemmy, so viel steht fest, würde zu diesen Tracks glatt einen Jitterbug aufs Parkett legen und „Black Metal Law“ schwingt und schüttelt die Mähne, als habe man den Headliner-Posten bei Woodstock ergattert. Genau wie BATHORY (die man allerdings bitte nicht als Referenz missverstehen sollte) immer wieder gerne als Covervorlage dienen und in der Zweitverwertung mehr Leute erreichen, als im Original, bietet sich „The Merciless“ ebenfalls als Blaupause für andere acts an – als Herausforderung und Ersatz, wenn das eigene Songwriting stockt.

Wie wird dieses Kraftpaket erst live einschlagen? Gute Laune scheint jedenfalls vorprogrammiert, wenn AURA NOIR ihr Vorhaben, die Bühnen Europas wieder zu entern, wahrmachen. Als Gegenentwurf zu den blankpolierten, glattgeschmirgelten, hohltönenden Techniktruppen, die man in den Charts wiederfindet, leisten sie jedenfalls einen wertvollen und konkurrenzlosen Beitrag. Daran kann es keinen Zweifel geben.

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Aura Noir 'The Merciless' Tracklist
1. Upon The Dark Throne Button MP3 bestellen
2. Condor Button MP3 bestellen
3. Black Metal Jaw
4. Hell's Fire Button MP3 bestellen
5. Black Deluge Night Button MP3 bestellen
6. Funeral Trash
7. Sordid Button MP3 bestellen
8. Merciless Button MP3 bestellen
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