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AUTUNNA ET SA ROSE - L’Art et la Mort

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Artist AUTUNNA ET SA ROSE
Title L’Art et la Mort
Homepage AUTUNNA ET SA ROSE
Label ARK RECORDS
Veröffentlichung 12.05.2006
Leserbewertung
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Nach Rezensionen zu ASHRAM und ATARAXIA folgt nun die dritte italienische Band namens AUTUNNA ET SA ROSE, die sich dem musikalischen Stil der Neo-Klassik widmet. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Zusammenarbeit mit ATARAXIA und deren Gemeinschaftswerk „Odos Eis Ouranon – La Via Verso II Cielo“? Derzeit besteht AUTUNNA ET SA ROSE aus folgenden Mitgliedern: Dem Gründer, Komponisten und Sänger Disorder, Sonia Visentin (Sopran), Simone Montanari (Cello) und Gianluca Lo Presti (Gitarre, Elektronik, Programmierung). Mit „L’Art et la Mort“ ist ein Werk entstanden, das Neuinterpretationen alter Meilensteine der Wave/ Gothic/ Industrial Szene (wie zum Beispiel von LAIBACH, BAUHAUS, DEAD CAN DANCE usw.) enthält. Keine Coverversionen, sondern eine Entfremdung durch Auseinanderpflücken der Originalstücke in einzelne Puzzleteile (Stilrichtung: Kubismus), einer musikalischen Verfremdung und Veränderung der Lieder durch Zugabe von Worten berühmter Schriftsteller und Poeten der Vergangenheit. Das Endergebnis: Eigenständige neue Songs.

Den Anfang macht der eigene „alte“ ATUNNA ET SA ROSE-Titel „L’Art et la Mort“, der hier umbenannt in „Qui, au sein…“ Bezug nimmt auf gleichnamiges Werk (aus dem Jahre 1929) des französischen Performance Künstlers Antonin Artaud. Musikalisch treffen hier dezente Cello- und Gitarrenklänge mit sparsam gestreuten elektronischen Effekten und dem Sprechgesang Disorders aufeinander. Ähnlich nur mit Orchesterelementen hinterlegt ertönt der zweite Track „Quand nous reverrons-nous?“. Er widmet sich den Worten Artauds, zu einer entfremdeten Version von „Decline and Fall“, aus der frühen Phase der irischen Postpunk Band VIRGIN PRUNES. Die nachfolgenden zwei Stücke sind befreundeten Bands gewidmet, die den musikalischen Stil Disorders von Anfang an beeinflussten. Zum einen die amerikanische Avantgarde und New Wave-Band TUXEDOMOON. Ausgewählt wurde der Song „Egypt“, der hier in „Kify“ umbenannt wurde. Verträumt minimalistisch tragen allein Piano- sowie E-Gitarren-Klänge dieses Werk. Die zweite befreundete Band sind die bereits angesprochenen Landsleute ATARAXIA, deren Track „Canzona“ hier „Lune ae arcades“ heißt. Der einzige Titel, bei dem die Original-Lyrics von Sängerin Francesca Nicoli bewahrt wurden. Gesungen von Sonia in einer reinen Sopran/ Cello/ Piano-Version. Mit ähnlichem Sound beruht „Ostia“ auf dem gleichnamigen Track der britischen Avantgarde Musiker von COIL, in dem es um den schrecklichen Tod des italienischen Regisseurs Pasolini („Die 120 Tage von Sodom“) geht. Mit dem Klassiker „Anywhere out of the World“ von DEAD CAN DANCE und den Schriften Charles Baudelaires’ („Le spleen de Paris“, 1869), ergänzt um dem Untertitel “N´importe où du monde“ geht es um den Dialog zwischen dem Poeten und seiner Seele, mit versteckten Hinweisen auf die Original-Brendan Perry-Version. Musikalisch ausgedrückt durch viele Spannungsbögen und einen gesungenen Dialog zwischen Sonia und Disorder. Der Ausspruch „Wenn ein Mensch allein träumt, …ist es nur ein Traum. Wenn viele Menschen zusammen träumen, …ist es der Anfang einer neuen Wirklichkeit“ des berühmten Wiener Malers und Architekten Friedensreich Hundertwasser bildet die Worte für „Neue Wirklichkeit“, basierend auf LAIBACHs „Leben-Tod“. Dramatisch umgesetzt mit Violinen und Cello-Klängen. Als vorletzte Komposition, wieder mit deutschem Titel wählte man die Vorlage „Der Tod ist ein Dandy“ von den EINSTÜRZENDEn NEUBAUTEN aus. Sehr elektronisch, untypisch aggressiv und irgendwie trashig, wiederhergestellt mit Worten des Theaterstücks „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal. Diese Mixtur ergab den Titel „Ewig-dunkel“. Artauds Bedeutsamkeit wird noch einmal im letzten Song deutlich. Wieder verleiht seine Kunst dem nach ihm benannten Originalsong von BAUHAUS in „Et je me souviens aussi de…“ ein neues Gesicht und die Musik ein stark verzerrtes und irres musikalisches Gewand. Mit einem sanften Outro aus Pianoklängen und zögerlichem Beifall ist das Ende (endlich) erreicht.

Verpackt ist die CD in ein A5 großes Booklet mit vielen Bildern und interessanten Informationen zu Originalen und Neuinterpretationen. Mir gefällt die eigentliche Idee des Albums sehr gut. Jedoch ist die gewollte/ gewählte Ausdrucksform der Musik anstrengend und weder entspannend noch harmonisch oder von besonderer Schönheit (mit Ausnahmen!). Die Mischung aus Orchesterarrangements, klassischen Instrumenten, Sprechgesang und Sopran klingt sehr experimentell, teilweise langweilig und gewöhnungsbedürftig… Wenn man sich daran gewöhnen möchte…

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Autunna et Sa Rose 'L’Art et la Mort' Tracklist
1. Qui, au seinà
2. Quand nous reverrons-nous ?
3. Kyfi Button MP3 bestellen
4. Lune et arcades
5. Ostia
6. N importe ou hors du monde
7. Neue Wirklichkeit
8. Ewig-Dunkel
9. Et je me souviens aussi deà

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