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BAND OF HORSES - Why Are You Ok?

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Band of horses
Artist BAND OF HORSES
Title Why Are You Ok?
Homepage BAND OF HORSES
Label CAROLINE
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Zehn Jahre liegt mittlerweile ihr Debüt „Everything All The Time“ zurück. Damals noch Indie-Rock aus der Wiege des Grunge. Inzwischen haben die Musiker in den Südstaaten der USA ein neues Zuhause gefunden – auch musikalisch haben sie sich ihrer neuen Heimat angenähert. Die Hipster-Zeiten als gefragter Geheimtipp sind vorbei. Damals lasen sich ihre Credits noch wie ein Who is Who populärer amerikanischer Serien. Kaum eine, der sie nicht musikalisch aushalfen: Fringe-Grenzfälle des FBI, O.C. California, Criminal Minds, CSI, How I Met Your Mother, One Tree Hill, Psych, u.v.m. Mit „Mirage Rock“, ihrem vierten Studioalbum, waren sie der luftig-leichten Folk- und Country-Ecke mit Dreampop-Anklängen näher als ihren geerdeteren Indie-Rock-Anfängen. Möglicherweise eine Folge ihres Umzuges. Eine Liebeserklärung an ihre neue Heimat?

Vielleicht sind BAND OF HORSES mit „Why Are You Ok“ aber einfach nur bei sich angekommen. Ben Bridwell, Kopf und Sänger der Band, ließ im Vorfeld der Veröffentlichung verlauten, dass sie „mehr nach sich klingen“ wollten, viel experimentiert hätten. Den Blick von Außen nach Innen gerichtet hätten. Die fünf Pferdemänner liefern in Album Nummer Fünf wieder etwas mehr Indie, aber trotzdem noch viel Americana-Freiheit und träumerischen Folk. Ihr musikalischer Roadtrip durch die Weiten Nordamerikas ist längst nicht beendet. Herausgekommen ist eine interessante Mischung, die stilistisch irgendwo zwischen ihren Anfängen und Mirage Rock liegt. Bridwells Stimme, die zweifelsohne diesen gewissen Country-Schmelz aufweist, sorgt erneut für die typische Atmosphäre, erzeugt Intensität und Gefühl, das mal eher resigniert, eintönig („Solemn Oath”), dann wieder rockig-mitreißend („Casual Party“) oder hemmungslos träumerisch in typischen Aussteiger-Hymnen mit Dream-Pop-Anklängen („In A Drawer“) daher kommt; stets irgendwo zwischen Seattle- und Southern Rock.

Wer sich gerne mal in die Weiten Amerikas träumt, sich aber nicht ganz der schmalzigen Country-Musik hingeben will, der ist hier genau richtig. Mit anderen Worten: BAND OF HORSES haben bewusst oder unbewusst eine Art Grauzone geschaffen. Eine Art Country-Music mit Indie-Hipness-Faktor. Die einen mögen ihr fünftes Werk als unbeherzten Versuch oder Übergangsalbum bezeichnen, andere sehen darin vielleicht eine natürliche Weiterentwicklung unter Berücksichtigung der Lebensumstände, also autobiographische Züge. Musikalische Selbstfindung könnte es aus spiritueller Sicht heißen. Wie auch immer, interessant und abwechslungsreich ist „Why Are You OK“ allemal.

Cover lassen oftmals viel Raum für Interpretationen. Auch in diesem Falle liegt die Aussage nicht offen, will erarbeitet werden. Zwei Strandbesucher in Bade-Outfit, die dem Betrachter zugewandt sind, aber demonstrativ ihre Augen zuhalten. Gut, Teile des Albums wurden in Kalifornien zwischen Surf-Sessions aufgenommen, das war leicht. Möchten uns BAND OF HORSES vielleicht sagen: „Wir machen unser Ding, egal was die anderen sagen. Unser Blick ist nach Innen gerichtet. Oder einfach: „Augen zu und durch! Dann ist alles Ok.“(Why) Are You Ok?“

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