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BATHSHEBA - Servus

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Bathsheba-Servus
Artist BATHSHEBA
Title Servus
Homepage BATHSHEBA
Label SVART RECORDS
Veröffentlichung 24.02.2017
Leserbewertung
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8.3/10 (3 Bewertungen)

Die Belgier BATHSHEBA sind bereits vor der Veröffentlichung ihres nun vorliegenden Full Length-Debüts „Servus“ mit einigen Vorschusslorbeeren ausgestattet worden. Das liegt wohl nicht nur an der viel beachteten EP „The Sleepless God“ von 2015 und den sich daran anschließenden Festivalauftritten unter anderem beim Desertfest und Doom Over London, sondern auch an der Vergangenheit der Mitglieder, die allesamt bereits in Bands wie DEATH PENALTY oder SERPENTCULT aktiv waren. Besonders Schlagzeuger Jelle Stevens dürfte umtriebigen Musikfreunden bereits von den großartigen SARDONIS bekannt sein.

Derart angefixt stelle ich also die Lauscher auf erhöhte Aufmerksamkeit und drücke erwartungsvoll die Play-Taste. Der Opener „Conjuration Of Fire“ beginnt sich zähflüssig wie langsam erkaltende Lava aus den Boxen zu ergießen. Aha, ein Doom-Album, gute, alte Slow-Motion-Schule. Auf das drückende Riff legt sich beinahe besänftigend ein Teppich aus einer schönen, kristallklaren Gesangsmelodie von Frontfrau Michelle Nocon. Nice, aber schon oft gehört. Wenige Minuten vergehen. Ein merkwürdig beklemmendes Gefühl stellt sich ein. Was ist hier los? Die eben noch engelsgleiche Stimme hat eine unheilvoll heisere und leicht hysterische Färbung angenommen und dem Song dadurch einen seltsam psychotischen Twist verliehen. Sowohl der ursächliche Approach als auch die erzielte Wirkung erinnern dabei an eine JULIE CHRISTMAS, die auch schon mal selbst das sperrigste CULT OF LUNA-Riff neben ihr selbst erstaunlich beruhigend wirken lassen kann. Meine intuitive Wahrnehmung verschiebt sich. Das folgende „Ain Soph“ nutzt diesen Umstand gnadenlos aus und beginnt mit einem hämmernden Blastbeat und mehr als nur angeschwärztem, bösartigem Gekrächze von Nocon, die derart ansatzlos zwischen Wohlklang, Schizophrenie und Black Metal hin und her pendelt, dass ich den Exorzisten rufen möchte. Passend dazu zieht die Instrumentalfraktion ebenfalls immer größere stilistische Kreise, bis hin zu einem erschreckend intensiven, die Nerven genüsslich zerfetzenden Freejazz-Saxophonsolo. Eines ist mittlerweile mehr als klar: Ein „normales“ Doom-Album ist „Servus“ auf gar keinen Fall. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Songs wie das phänomenal epische „Manifest“ sich immer wieder mit allerfeinster Melodiösität schmeichelnd auf die Ohren legen, auch und vor allem aufgrund der formidablen Gitarrenarbeit von Dwight Goossens, der sowohl die druckvollen Riffs als auch die Seele streichelnden Soli perfekt intoniert. Zu voll von unvorhergesehenen Wendungen und vor allem viel zu manisch im Gesamteindruck ist dieses Album, um als eines von vielen abgetan zu werden, und zwar sowohl in puncto Songwriting als auch handwerkliche Umsetzung desselben.

Im Grunde fassen BATHSHEBA ihr Debüt mit den letzten gesprochenen Worten selbst perfekt zusammen: „infusing … the purity of evil, the paradise of pain.“ Alle Daumen hoch!

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Bathsheba 'Servus' Tracklist
1. Conjuration Of Fire Button MP3 bestellen
2. Ain Soph Button MP3 bestellen
3. Manifest Button MP3 bestellen
4. Demon 13 Button MP3 bestellen
5. The Sleepless Gods Button MP3 bestellen
6. I At The End Of Everything Button MP3 bestellen
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