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BEHEXEN - By the Blessing of Satan

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Artist BEHEXEN
Title By the Blessing of Satan
Homepage BEHEXEN
Label WOODCUT RECORDS
Veröffentlichung 14.06.2013
Leserbewertung
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9.4/10 (5 Bewertungen)

Im Gegensatz zu vielen Kollegen, auch hier beim Terrorverlag, fand ich CALVARIUMs “The Skull of Golgotha” durchaus nicht mittelmäßig, sondern ein intensives und rundum überzeugendes Black Metal Album mit reichlich Abwechslung und einigen wahren Weltklassestücken, wie dem von einem pulsierenden Bass getriebenen „Jumalviha“. Der für die tiefen Töne zuständige VEILROTH tritt nun erneut, wenngleich diesmal an der Fünfsaitigen, auf den Plan und zwar mit seiner eigentlichen Ursprungsband BEHEXEN, deren Werdegang durch einige Labelprobleme Anfang des neuen Milleniums dorch arg ins Stocken geraten war.

Vielleicht ist „By the Blessing of Satan“ deswegen so derb und rabiat geraten und wirkt tatsächlich in seiner gleichzeitigen Grob- und Verspieltheit wie ein Befreiungsschlag und Neuanfang. Wobei mit „Verspieltheit“ nicht das Herumhantieren mit Förmchen im Sandkasten, sondern das gelungene Durchdeklinieren verschiedenster Ausdrucksformen gemeint sei – obwohl man dem grundlegenden Ziel, primitivsten Black Metal zu praktizieren, niemals untreu wird, ist in den dunklen Probekammern im Ghetto Helsinkis ein variables, dabei aber niemals überforderndes oder überborderndes Werk entstanden, das auch Anhängern benachbarter Richtungen wie Doom oder – hoppla! – Thrash gefallen könnte. Obwohl nämlich über weite Strecken wilde Doublebassattacken und rasend peitschende Snares dominieren, wird das Tempo immer wieder bedeutend heruntergedreht und entschwebt man in beinahe psychedelische Sphären – am deutlichsten bei dem etwas rätselhaft benannten „Sieluni Saatanan Vihasta Roihuten“, welches Bilder von menschenmahlenden Mordmühlen und horrend heißen Höllenfeuern evoziert oder in den ersten Minuten des epischen „Black Metal Baptism“. „Celebration of Christ’s Fall“ wiederum ist mit einem überraschend eingängigen Refrain ausgestattet, während die Gitarren bei „Watchers of My Black Temple“ (Gäbe es Songs mit anderen Farben im Titel, würden wir sie nennen) röhren wie ein satanischer Ableger der Hells Angels, ehe man in einen Rock n Roll Stampfer übergeht, bei dem selbst ELVIS sich beim Hüftschwung einen Beckenbruch zuzöge. Eingerahmt wird das Ganze von zwei klassisch voranpreschenden Standards, die aber dennoch aufgrund ihrer Besessenheit und Durchschlagskraft weder Formelhaft noch Verloren wirken.

Die zweite starke Veröffentlichung, bei der Veilroth innerhalb kürzester Zeit am Start ist, und was dieser Mann gerade anfasst, wird augenscheinlich per Abo zu Gold, auch wenn dieses, thematisch bedingt, ausnahmsweise mal nicht glänzt. Obwohl es in den letzten Wochen eine wahre Sintflut an tollen Veröffentlichungen gab: Nicht nur für Komplettisten.

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Behexen 'By the Blessing of Satan' Tracklist
1. By the blessing of satan
2. Fist of the satanist
3. Sieluni saatanan vihasta roihuten
4. Celebration of christ's fall
5. Black metal baptism
6. Watchers of my black temple
7. Under the eye of lord
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