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BELBORN - Y

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Belborn-Y.jpg
Artist BELBORN
Title Y
Homepage BELBORN
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
6.6/10 (5 Bewertungen)

BELBORN gehören zweifelsohne zu den eher kontroversen Formationen im weiten Feld des Neofolks, Artwork und Texte lassen hier sicherlich Raum für Missinterpretationen. Daher will ich kurz das Pferd von hinten aufzäumen: Gegründet wurde das Projekt von den beiden Bayern Holger F. und Susanne H., die damit ihrer Liebe zu Ahnen und Brauchtum Ausdruck verleihen wollen. Der Begriff „Belborn“ selbst ist eine Eigenkreation aus dem heidnischen Gott „Bel“ und dem germanischen Wort „Born“ und soll dafür stehen, immer wieder neue Ideen zu manifestieren. Weitere Informationen zur Historie kann man einem gelungenen Interview auf der Lichttaufe Seite entnehmen, ebenso wie Aussagen zum politischen Standpunkt BELBORNs. So äußern die Protagonisten Abneigung gegen alle extremen Gruppierungen und wie auch immer motiviertem Rassenhass, dagegen stellen sie den individuellen Weg in einer von Globalisierung geprägten Welt.

Dennoch kann man nach dem Studium der Texte eine gewisse völkische Prägung nicht von der Hand weisen. Neben der Glorifizierung vergangener (?) Sitten und Tugenden wird auch eine gewisse Blut- und Boden Mentalität ersichtlich. Das alles allerdings ohne direkten zeitgeschichtlichen Bezug oder konkrete politische Aufrufe, wenngleich man „1000 Jahre“ sicherlich mit einer gewissen Redewendung in Beziehung setzen könnte. Der Leser mag selbst entscheiden, welche Interpretationen er vornimmt, letztlich handelt es sich sprachlich um sehr gelungene Lyrik, die man im übrigen auf der Homepage nachlesen kann. Der dritte Langspieler neben einer Vielzahl an Samplerbeiträgen spannt ein weites Feld von eher akustisch geprägten Kompositionen bis zu hin zu leicht noisigen bzw. percussiven Elementen. So tendiert „Notfeuer“ in die FORSETI-Richtung, mit teilweise doppelstimmigem Gesang, bei dem Holger allerdings immer dominiert. „Chor der Toten“ hingegen verbleibt orchestral mit einladenden Arrangements und militärischer Percussion, für mich der Höhepunkt der Scheibe, düster und stimmungsvoll. Allerdings halten nicht alle Stücke dieses Niveau, gegen Ende fallen „Eure Tränen bedeuten nichts“ (der Titel würde gut zu den ONKELZ passen) und auch der nachfolgende „Rebell“ musikalisch eher schlicht und stimmlich verbesserungswürdig aus. Hier können die Künstler sicher noch an sich arbeiten, bei diesem Genre fallen leichte Unsicherheiten eben sofort auf. Dafür überzeugen der Einsatz von ungewöhnlichen Instrumenten und der bei einigen Liedern gezeigte Wille zu Innovation.

Wer also nicht zu den puritanischen Vertretern des Neofolk-Genres gehört, und zudem mit den Texten keine Probleme hat, erhält hier ein sauber produziertes Werk mit deutlich mehr Licht als Schatten. Und um beim Licht zu bleiben, als Bonus ist ein Video zu Notfeuer enthalten, dass die Verbundenheit zu Natur und Bergen noch einmal optisch versinnbildlicht.

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