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BESESSEN - Schlachthof

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Artist BESESSEN
Title Schlachthof
Homepage BESESSEN
Label EIGENPRODUKTION/ TWILIGHT VERTRIEB
Veröffentlichung 10.09.2007
Leserbewertung
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10.0/10 (5 Bewertungen)

File Under: Hart. Genau wie für das Alles hinwegfegende Debüt der französischen Satanistensensation VORKREIST scheint für die wismarer Formation BESESSEN das simple Credo zu gelten, dass gut ist, was knallt, ganz egal, ob man damit einengende Schubladen bis zum Anschlag öffnet oder einer bestimmten Stammklientel vor den Kopf stösst. Wobei das Cover fälschlicherweise den Verdacht nahelegt, hier werde wieder nur geprügelt, was das Zeug hält und dass es sich um eine weitere, verzichtbare Grindcoreveröffentlichung handele.

Stattdessen ist die gezückte Laubsäge wohl mehr als mikroskopisch genaues Instrument zu verstehen, mit dem die lebensspendenden Gewebe der unterschiedlichsten Metalvarianten fein säuberlich aus ihrem ursprünglichen Organismus herausoperiert, anschliessend seziert und zu einem gänzlich neuen Gebilde zusammengesetzt werden, welches genauso schreit wie Vater Death, gelegentlich eingängig bolzt wie Mama Thrash und zudem noch den jugendlichen Ungestüm seines Bruder Grind mit in die blutverschmierte Wiege gelegt bekam, dabei aber durchaus nicht „deformiert“ wirkt, sondern stattdessen vital und frisch, eine gelungene genetische Umprogrammierung sozusagen. Dabei ist dieser kleine Bastard sowohl in der Lage, gemächlich vor sich hin zu trottend herauszufinden, dass der „Schlachthof kein Spielplatz“ ist, als auch wie ein wahnsinniger Formel 1-Fahrer auf „blinder Suche“ durch das Schlachtzeuggewitter von Metzgermeister Frank Winter, die gutturalen Donner von Fleischfetischist Tilo Lürtzing, die morbiden Engelsgitarren von Kettensägenfan Dennis Froh und den böllernden Bass vom freundlichen Wurstverkäufer Normen Cznottka zu rasen. Der Schlachthof wird somit zu einem Ort der Transition, der nur für die bestimmt ist, die sich der rohen Realität zu stellen trauen: Ein kleines Reh ist auf der Wiese genauso lieblich anzuschauen wie auf dem Teller, doch den Blick auf die gehäutet von der Decke hängende Fleischmasse wagen nur Wenige.

Die Trackliste legt ein Konzept nahe, doch in Wahrheit besingen BESESSEN nicht eine apokalyptische Zukunft, sondern auf eher ungewöhnliche Art ihre direkte Umgebung: „Fellfresse“ ist nicht die Bezeichnung eines mordenden Zwitters aus Vampir und Schaf, sondern ihre Stammkneipe in Wismar, wo man Anfang Dezember mit einem Livekonzert das Album vorstellte: „Rülpsen, Furzen, Kotzen – keiner fliegt hier raus.“ Und das hört sich dann beinahe schon wieder sympathisch an.

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Besessen 'Schlachthof' Tracklist
1. Kanibalischer Selbstmord
2. Der Schlachthof ist kein Spielplatz
3. Das schwarze Schaf
4. Fellfresse
5. Deformiert
6. Mordende Opfer
7. Blinde Sucht
8. Zerfall
9. Brechen
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