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BETTIE FORD - League of fools

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Artist BETTIE FORD
Title League of fools
Homepage BETTIE FORD
Label ZYX MUSIC
Veröffentlichung 15.03.2004
Leserbewertung
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Es scheint derzeit im Rock ein zügelloses Bedürfnis nach Uniformität zu bestehen. Nicht nur ähneln sich die Bands untereinander wie die sprichwörtlichen Eier, man setzt es sich zudem noch zum Ziel, die einzelnen Songs eines Albums möglichst ohne die geringsten Abweichungen runterzurotzen, frei nach dem Motto: Abwechslung ist was für Poser! Dabei war doch gerade Punk ein singlesorientiertes Genre, das alle drei Minuten und im Takt der sich auf dem Plattenteller die Hand reichenden Vinylscheiben neu erfunden wurde. BETTIE FORD haben das verstanden: Das Cover von “League of fools” mag schwarz-weiß sein, die Musik kommt schon beinahe in Technicolor daher.

Das kann man übrigens schon erkennen, bevor man sich der Musik dieses Albums widmet, denn wer eine Scheibe mit einem Song namens „Here we are“ einläutet, in der Folge bekannt gibt, „Still here“ zu sein, um sich mit dem Südstaatenschunkler „Here we Were“ zu verabschieden, mag es ohnehin in Sachen Humor ein wenig subtiler als die Konkurrenz. Dabei braucht sich die Band in Sachen Rock n Roll Glaubwürdigkeit keine Sorgen zu machen, wie der volle Aschenbecher, die wie ein Nuckelfläschchen gehaltene Vodkapulle und das Hustler T-Shirt auf dem Promofoto beweisen – in Sachen Selbstdarstellung standen hier, wie man unverblümt zugibt, die BACKYARD BABIES Pate. Im Gegensatz zu den inzwischen an dem berüchtigten Stockholsyndrom, einer gefährlichen Form der Diabetes (Zuckerkrankheit) leidenden Schweden aber nimmt man diesen Jungs die gefährliche Attitüde auch wirklich ab, weil es nicht nur was für die Augen, sondern auch auf die Ohren gibt. „Ordinary“ ist gleich zu Anfang ein unverblümt offener Gefühlsausbruch, doch „Sonic Foundry Vegas“ gibt mit knallenden Drums und markigen Sprüchen den Kurs an: Wenn Sozialisation Zuhause ist, werden BETTIE FORD ewig Reisende bleiben. Die im ersten Absatz erwähnten Farbspritzer kommen von poppigen Chören, minimalistischen Gitarrenmelodien und vor allem erfrischenden Arrangementideen – so nimmt der Greyhound, den man in „The Day I missed the Bus to Memphis“ verpasst, gegen Ende noch einmal unerwartet Fahrt auf. Die Produktion von Kurt Ebelhäuser ist trocken, doch nie staubig und stellt nicht die Egos der Mitglieder, sondern die Songs in den Mittelpunkt des Geschehens.

Vielleicht mit einer Ausnahme, denn mit Don Ford , dem Mann am Mikro, hat die Band einen veritablen Ausnahmevokalisten in ihren Reihen, der quasi das ultimative Negativ zur vorherrschenden Praxis in den Charts darstellt: Eine „schöne“ (im Sinne von angenehme) Stimme hat er nicht gerade, doch was kann dieser Kerl singen – bei „Bring me down“ dürfte sogar MARIAH CAREY ihre liebe Mühe haben. BETTIE FORD mögen in der Liga der Bekloppten spielen, um ihre Zukunft brauchen sie sich keine Sorgen zu machen: Den Stern auf dem Walk of Fame tragen sie ja schon im Logo.

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Bettie Ford 'League of fools' Tracklist
1. Here We Are,
2. Ordinary,
3. Sonic Foundry Vegas,
4. Little Girl,
5. Still Here,
6. The Day I Missed The Bus To Memphis,
7. On My Own,
8. Bored, Drunk And Destructive,
9. Last Hope, Button MP3 bestellen
10. Bring Me Down,
11. No Italian Job,
12. Betty Page,
13. Der Antichrist,
14. United,
15. Here We Were,
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