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BILLY IDOL - Devil’s Playground

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Artist BILLY IDOL
Title Devil’s Playground
Homepage BILLY IDOL
Label SANCTUARY RECORDS
Veröffentlichung 23.03.2005
Leserbewertung
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8.3/10 (7 Bewertungen)

BILLY IDOL, König des lässigen Lippenaufschlages (von Ingolf Lück fast perfekt imitiert!), kehrt nach vielen Jahren auf die musikalische Bühne zurück. Hinter ihm liegen Jahre des Exzesses, des Misserfolgs, der persönlichen Miseren. Über 12 Jahre ist es her, dass sein letztes reguläres Album „Cyberpunk“ erschien, welches ihm seinerzeit kaum Glück brachte. Die Welt war noch nicht reif für eine Mischung aus Rock und Elektro-Elementen, wie zeitgenössische Kritiken beweisen. Ich gestehe: Auch ich habe die CD nach einer Weile wieder verscherbelt, was rückblickend natürlich großer Quatsch war. Danach wurde es still um den blondierten Pop Punker, von dem ich in meiner frühen Jugend nachhaltig beeindruckt war, da er ungeniert pöbelte und auf die Bühne rotzte, und das sogar im Öffentlich-Rechtlichen! Ja, anfangs hatte ich sogar ein wenig Angst vor dem Ledermann, welcher aber vielleicht meine „musikalische Hartwurstkarriere“ Initial zündete. Unvergessen seine alten Hits, die man hier nicht wieder aufzählen muss und die noch heute frisch und aktuell klingen. Besonders der Einsatz seines Klassikers „White Wedding“ im Horrorstreifen „Demoni/ Dämonen 2“ von Lamberto Bava machte mir damals großen Spaß. Jetzt hat er sich Steve Stevens, den charismatischen Kumpel von einst, gekrallt und bläst mit 13 neuen Stücken zur Großoffensive auf die überwiegend von Abfallprodukten regierten Charts. Und der gute Mann schaut auf dem Cover mit seinen 49 Jahren durchtrainierter aus, als ich je sein werde – Respekt!

Die Vorabsingle „Scream“ deutete es bereits an, Billy kehrt zurück zu seinen Wurzeln und Stevens bemüht wieder einige seiner „klassischen“ Gitarrenläufe – so konnte es weitergehen. Mit dem Opener „Super Overdrive“ (der zunächst nicht dafür vorgesehen war) wird dann dem typischen Punk Rock gehuldigt, flott und auf einen melodischen Refrain hinsteuernd. Statt „In the Midnight Hour“ nun also „In the Devil’s Playground“ als lyrischer Einstieg… „World Comin’ Down“ bietet ebenso klassischen/ melodischen Punk Rock mit Stakkato Gesang in der Strophe und Melo-Refrain, wie es „zeitgemäße“ Konsorten á la THE OFFSPRING oder GREEN DAY nicht besser hinkriegen können. „Rat Race“ fällt mit seinen Akustikgitarren dann zunächst ruhiger aus, bevor das Stück explodiert und gegen Ende mit einigen abwechslungsreichen Parts überzeugen kann. „Sherri“ wiederum baut auf eine flotte, basslastige Strophe und erinnert mehr als einmal an Billys Hit „Mony Mony“, bevor mit „Plastic Jesus“ eine interessante Coverversion folgt. Der Song stammt schon aus den 60ern, wurde damals u.a. von einem gewissen Ed Rush publiziert und würde auf keiner EVERLAST-VÖ eine schlechte Figur abgeben. So arbeitet sich Herr Idol geschickt durch das eigene Backprogramm, ohne allerdings auf das Cyberpunk-Werk Bezug zu nehmen – hier ist alles handgemacht. 2 außergewöhnliche Songs strapazieren ein wenig die Toleranz des Hörers: Das Weihnachtslied „Yelling At The Xmas Tree“ und ein Countrysong („Lady Do Or Die“) bleiben Geschmackssache, können dem Werk in seiner Gesamtheit aber keinen negativen Touch geben. Mit „Cherie“ folgt noch eine waschechte Flower Power-Liebesballade (wohl an seine Ex gerichtet), bevor „Summer Running“ zum Glück nach ebenfalls akustischem Auftakt noch einmal rockt.

Fazit: Ein überzeugendes Comeback eines „echten“ Musikers, der alle Höhen und Tiefen des Business mitgemacht hat und dadurch viel authentischer von den Dingen des Lebens berichten kann als gecastete Schmalspurkünstler. Nicht alles ist hier Gold, was glänzt, aber vieles glänzt und alles besitzt Drive & Charme. Jetzt will ich dich auch noch live auf der Bühne sehen, Billy, und es sieht so aus, als ob sich dieser Wunsch noch 2005 erfüllen wird.

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