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BLACK LABEL SOCIETY - Hangover Music Vol. VI

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Artist BLACK LABEL SOCIETY
Title Hangover Music Vol. VI
Homepage BLACK LABEL SOCIETY
Label SPITFIRE RECORDS
Veröffentlichung 10.05.2004
Leserbewertung
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Zakk Wylde scheint ein sympathischer Mensch mit einem straff durchorganisierten und aufgeräumten Leben zu sein: Einen festen Job bei einem der bekanntesten Entertainer dieses Planeten, eine Familie, an der er seine heißgespielten Fingerkuppen kühlen kann und die regelmäßige offizielle Bestätigung seiner Saitenkünste. Kein Intellektueller, doch ein kluger Kopf zudem und keiner, hinter dessen rauer Fassade man ein verletzliches Herz erwarten würde. Doch genau so ist es und genau davon zeugt „Hangover Music“.

„Losing love is like a window in your heart/ Everybody sees you’re blown apart/ Everybody feels the wind blow“ sang einst Paul Simon und auf diesem Album macht Wylde das Fenster ganz weit auf. Deswegen ist es mit Sicherheit keine Musik für den empfindlichen Schädel am Tag nach dem Saufgelage. Und deswegen ist es derart erschütternd geraten. Erschütternd zum einen, weil der Gitarist der Ozzy Osbourne Band seinen Arbeitgeber mit frappierender Leichtigkeit überflügelt und zwar nicht nur in kompositorischer, sondern auch in stimmlicher Hinsicht. Zakk ist kein reinrassiger Vokalakrobat, doch liegt sein Timbre irgendwo zwischen Axl Rose, Everlast und Wayne Stayley, und somit nahe an einer Spezies von durchaus respektablen Vokalisten, die mehr für ihre Prägnanz denn ihre Technik bekannt sind und waren. Erschütternd zum zweiten, weil die hier versammelten fünfzehn Songs in Stein gehauene Monumente tiefschwarzer Gefühle sind: Obsession, Trauer, Wut, Orientierungslosigkeit und Ohnmacht. Wylde hat den Blues, doch er speist schon lange nicht mehr bei Whiteys – hier geht es ans Eingemachte. Trübe und träge mäandern diese Kunstwerke in mal dezenter, mal heftiger akustischer Kulisse vor sich hin, vergessen nie die gute Hookline und den großen Refrain und ganz als trinke man bei jedem neuen Song noch einen Bourbon, wird einem immer schwerer ums Herz. Wie TOM WAITS ohne den Zirkus, wie ALICE IN CHAINS ohne die lindernden Drogen und wie JOHNY CASH ohne den Country, so klingt die Scheibe und selbst die Schnulze „A whiter Shade of Pale“, hier nur zum einsamen Klavier vorgetragen, mutet wie ein Abgesang an, wie ein Fanal, wie eine stumme Träne.

„Fear“ heißt der letzte Song und in ihm wiederholt der Gepeinigte immer wieder die Worte „Back Home“. Wir wünschen ihm, dass er bald dort ankommen möge. Manche Platten scheren sich einen Dreck um die Außenwelt, sagen, was sie zu sagen haben, geben sich völlig bloß und treiben den Stachel unerbittlich in die Wunde, bis es blutet, bis der Schmerz spürbar wird, egal wie lange es dauert. So ein Album ist auch „Hangover Music“.

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Zakk Wylde's Black Label Society 'Hangover Music Vol. VI' Tracklist
1. Crazy or high
2. Queen of sorrow Button MP3 bestellen
3. Steppin stone
4. Yesterday, today, tomorrow
5. Takillya (Estyabon)
6. Won't find it here
7. She deserves a free ride (Val's song)
8. House of doom
9. Damage is done
10. Layne
11. Woman don't cry
12. No other
13. A whiter shade of pale
14. Once more
15. Fear
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