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BLACK RAINBOWS - Stellar Prophecy

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Black Rainbows
Artist BLACK RAINBOWS
Title Stellar Prophecy
Homepage BLACK RAINBOWS
Label HEAVY PSYCH SOUND RECORDS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
8.0/10 (1 Bewertungen)

Es heißt ja: „Alle Wege führen nach Rom.“ Nun, Wege sind ja gemeinhin in zwei Richtungen befahrbar, und so fallen die örtlichen Fuzz-Meister von BLACK RAINBOWS seit ihrer Gründung vor elf Jahren, besonders aber in den letzten Jahren, vor allem durch ihre unermüdliche Betriebsamkeit auf, die sich allerdings nicht nur in zahlreichen, ausgedehnten Tourneen, sondern auch in einer sehr hohen Output-Frequenz äußert. Gerade ein Jahr nach dem viel gelobten „Hawkdope“ erscheint nun bereits das nächste Full-Length-Album „Stellar Prophecy“.

Viel Energie herrscht also im Hause BLACK RAINBOWS und das hört man dem Album auch deutlich an. Gleich zu Beginn rockt „Electrify“  im FU-MANCHU-Sound amtlich los und sorgt sofort für charakteristisches Kopfnicken und ein zufriedenes Grinsen. Das klingt tatsächlich nach staubigen Pisten und atmet Benzin mit hoher Oktanzahl. Und weil der Motor so schön rund läuft, schließt sich mit „Woman“ beinahe nahtlos direkt ein (fast) waschechter Blues an, der seinen besonderen Reiz aus seiner instrumentalen Feingliedrigkeit und einer gleichmäßig sanften Steigerung in Richtung Hardrock á la URIAH HEEP bezieht und damit einen gelungenen Übergang zum beinahe zwölfminütigen Space-Gewitter „Golden Widow“ bildet, in dem es an allen Ecken und Kanten pluckert, fiept, knistert und knarzt. Diese Vielseitigkeit zwischen ausgedehnten Psychedelia, leidenschaftlichen Gitarren-Exzessen und treibenden Riffs, sowie die angenehme Ausgewogenheit dieser Zutaten setzt sich über die kompletten 44 Minuten von „Stellar Prophecy“ fort und macht das Album zu einem sehr kurzweiligen Vergnügen. Ist man erst einmal richtig eingetaucht in den verhallten, unendlichen Klangkosmos der BLACK RAINBOWS, beginnt der gedankliche Teppich, auf dem man zu bleiben versucht, alsbald selbst zu schweben, und man sieht sich mitgenommen auf eine Reise über ausufernde, grüne Wiesen voller barfuß laufender Blumenkinder und durch tiefe Schluchten, in denen stattliche Gerölllawinen die Hänge hinab rumpeln. Zwischendurch geht es immer wieder im rasanten Tiefflug so knapp über der Grasnarbe entlang, dass es den Pilzen die Köpfe wegfetzt. Hust. Derbe Spaß macht das, und wartet obendrein mit absoluter Authentizität auf. Da ist das Rasseln des Snareteppichs bei den besonders tiefen Bassfrequenzen genau so zu hören, wie das Quietschen des Griffbretts in den angenehm garagigen Momenten, in denen die Gitarre gelegentlich ein wenig angesammelte Patina in den Rinnstein rotzt, um die Atemwege für den nächsten tiefen Zug süßlichen Nebels zu befreien.

„HAWKWIND, MC 5 and NEBULA crashing cars in the middle of the Mojave desert“ heißt es in der Band-Bio. Ich möchte die weiter oben genannten, sowie MUDHONEY und SUNGRAZER ergänzen, jedoch außerdem anmerken, dass BLACK RAINBOWS mittlerweile eigentlich selbst eine Referenz sind. „Stellar Prophecy“ unterstreicht dies eindrucksvoll.

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