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BLACKSUN - Awaken of the Hidden/ It’s creeping rage/ Di Fersi Morendo Eterni

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Artist BLACKSUN
Title Awaken of the Hidden/ It’s creeping rage/ Di Fersi Morendo Eterni
Homepage BLACKSUN
Label EIGENPRODUKTION
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Manche Bands werden nie erwachsen. Es ist schon klar, dass es für die Medien und das Publikum einfacher ist, wenn Künstler einen klaren Stil definieren und diesen in der Folge lediglich verfeinern. Joseph Beuys, Keith Harring und vielleicht auch Mondrian haben Geschichte geschrieben, weil sie dort stehen blieben, wo sie sich gefunden hatten und die Suche nach Innovation nicht ihrer selbst wegen betreiben wollten. In der Musik mag man vielleicht einen J.J. CALE als Vergleich heranziehen – Integer, integral, immobil. Doch wenn stilistische Statik über schöpferischen Stillstand hinwegtäuschen soll, wird es kritisch. BLACKSUN sind so ein Fall.

Seit zehn Jahren tummelt sich das Duo mit wechselndem Anhang nun bereits auf Konzerten, und Compilations, hat es immerhin zu einer Teilnahme am Battle of the Bands des Sonic Seducer gebracht. Den instrumentalen Demos der frühen Tage fügte man (Sprech-)Gesang hinzu und plötzlich wurde aus dem muffligen Schlafzimmerprojekt eine richtige Band, die Worte wie „Leidenschaft“ in den Mund nahm und Vergleiche mit KIRLIAN CAMERA evozierte. Mal ganz ehrlich: Das ist gelinge gesagt eine Frechheit. Eine CD-r und zwei kleine 8inch Minis liegen auf meinem Schreibtisch – das sind gleich drei Veröffentlichungen auf einmal und das geht tatsächlich wirklich nicht. Vor allem kann man anhand der Materialfülle gut erkennen, wie wenig sich im Laufe der Zeit geändert hat. Wenn man denn möchte, jedenfalls, denn es muss schon jeder für sich entscheiden, wie viel stumpf im Vier/Vierteltakt marschierenden, prähistorischen Techno mit lauen Chorflächen und nervzerreibenden Minimalmelodien er ertragen kann. „It’s creeping Rage“ jedenfalls ist eine Zumutung und die Band tut gut darin, ihre Version von „Heaven sends you“ nicht Wayne Hussey von THE MISSION zu zeigen. Auf der Sammlung früher Tracks „Awaken of the Hidden“ wird man noch weniger anständige Songs finden, dafür aber mit Tiny Torfs und Simona „MoonFace“ zwei wunderbare Gastvokalistinnen, welche die Musik weit über ihren eigentlichen Bedeutungsgehalt hinwegtragen. Letzter im Bunde ist „Di Fersi Morendo Eterni“ und die weitestgehende Beschränkung auf ihre Muttersprache tut BLACKSUN gut. Wären da nicht die unvermittelten und plumpen Tempowechsel und die zerfahrenen Arrangements, ginge hier einiges in Ordnung – wenn man einmal von dem überflüssigen Remake der „Halloween“ Titelmelodie absieht. Langeweile macht sich dennoch schon recht bald breit.

In einem dunklen Club mit viel, viel Trockeneis, einer neurotischen Lichtorgel und Stroboskopgewitter werden diese Tracks gewiss ihren Charme entfalten. Das erscheint uns aber ein wenig kostenintensiv, zumal es gerade auf diesem Gebiet bedeutend bessere Bands auf einem höheren Produktionsniveau gibt. BLACKSUN werden sich entscheiden müssen: So gut wie Mondrian oder Harring werden, oder die Zeiger ihrer Uhr nach dem 21. Jahrhundert stellen.

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