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BLEACHERS - Gone Now

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Bleachers
Artist BLEACHERS
Title Gone Now
Homepage BLEACHERS
Label SONY
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Drei Jahre ist es schon her, dass FUN.-Gitarrist Jack Antonoff sein Retro-Pop-Projekt BLEACHERS ins Leben rief. Das Debütalbum „Strange Desires“, das in Zusammenarbeit mit John Hill (MIA, JAY Z, EMPIRE OF THE SUN) und Synthpop-Legende Vince Clarke (DEPECHE MODE, YAZOO, ERASURE) entstanden war, kletterte bis auf Platz Elf der US Charts und brachte beispielsweise die Hits „I Wanna Get Better“ und „Rollercoaster“ hervor. Hierzulande konnte sich Kollege Antonoff mit seinem Alleingang noch keinen großen Namen machen, doch mit dem zweiten Streich „Gone Now“ und der richtigen Marketing-Strategie könnte sich das durchaus ändern.

Welches Potenzial in „Gone Now“ steckt, lässt bereits die Vorab-Single, der rasante Eighties-Pop-Kracher „Don’t Take The Money“ erahnen. Doch es gibt nicht nur Spiel und Spaß bei dem 33-jährigen, der alle noch verfügbaren Sachen aus seinem ehemaligen Kinder- und Jugendzimmer in New Jersey zusammenpackte und in sein New Yorker Apartment schaffte, um dort ein Tonstudio einzurichten. Wohlgemerkt, umgeben von alten Punkkonzert-Postern, Baseball-Trophäen und Star-Wars-Figuren, denn die waren der erforderlichen Stimmung zuträglich, um die zwölf Songs aufzunehmen, die nunmehr den aktuellen Silberling zieren. Und da geht es eben auch um Trauer und Verlust. Etwa beim hymnischen „Everybody Lost Somebody“, das sich etwas zurücknimmt, aber nie den ganz speziellen Groove verliert, den Jacks Sound zwar retro, aber nicht altbacken macht. Und auch wenn man im Opener „Dream of Mickey Mantle“ neben Synthie-Bombast auch die KILLERS zu hören meint, verfügt BLEACHERS durchaus über eine eigene Handschrift. So kommt etwa beim beatorientierten „Hate That You Know Me“ noch mehr Elektronik durch, ehe die musikalische Zeitreise mit „All My Heroes“ ihre opulente Fortsetzung findet. Kleckern ist definitiv nichts für Mr. Antonoff, der geht lieber in die Synthie-Vollen und beschließt: „Let’s Get Married“, bevor das „Goodbye“ rhythmusbetont ausfällt und „I Miss Those Days“ zwingend eine Zeit meinen muss, die er sowohl unter Mistelzweigen als auch unter Discokugeln verbracht hat. Genauso klingt die Saxofon-Nummer nämlich: wie ein treibender Weihnachts-Popsong. „Nothing Is U“ wirkt mit seinem perlenden Piano dagegen fast schon minimalistisch, aber auch hier wird die eine oder andere Keyboard-Harmonie eingebaut, die für ein gerüttelt Maß an Eighties-Überschwang sorgt. Seinen großen Auftritt hat das bereits erwähnte Saxofon schließlich beim groovenden „I’m Ready To Move On / Mickey Mantle Reprise“, um am Ende mit „Foreign Girls“ noch mal alle freakigen Register zu ziehen.

Erwähnt sei übrigens noch, dass Jack Antonoff nicht nur beim 2015 auf Eis gelegten Indie-Pop-Projekt FUN mit von der Partie war und jetzt erfolgreich bei BLEACHERS als Mastermind agiert. Er war auch bereits als Co-Autor für zahlreiche andere Musiker aktiv. Darunter waren auch Stücke für LORDE und CARLY RAE JEPSEN, die sich verschiedentlich auch als Background-Sängerinnen auf „Gone Now“ verdingt haben. Aber auch ohne deren Unterstützung hätte Paradiesvogel Jack zweifellos eine großartige Platte abgeliefert, nichts anderes ist „Gone Now“ auf jeden Fall.

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