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BLIND ALLEY - Infinity ends

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Artist BLIND ALLEY
Title Infinity ends
Homepage BLIND ALLEY
Label AOR HEAVEN
Veröffentlichung 23.01.2004
Leserbewertung
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Manche Dinge scheinen einfach kein Ende nehmen zu wollen. Neben der Dummheit und der Unendlichkeit sind dies aus musikalischer Perspektive gesehen in erster Linie die 80’er, auch wenn uns besonders kluge Köpfe gerne versichern, sie seien mit dem grossen Boom von Elektro, Synthiepop, Hairspraymetal und MODERN TALKING erst abgeschlossen und in ihre referentielle Phase eingetreten. Was noch fehlte, war die Quelle so vieler traumhaft schöner Autofahrten bei Nacht: Allein mit Freund oder Freundin im angenehm orange schimmernden Licht der Laternen, die Strasse leer und dunkel vor einem und aus den Lautsprechern des kleinen Autoradios der sanft groovende Midle-of-the-Road Rock aus leicht raspelnden Stimmen, Keyboardglöckchen und „Who’s gonna drive you home“.

Heute sind die CARS oder die MOTELS aus dem Programm sowohl der Öffentlich-Rechtlichen, als auch der Privaten verbannt, doch dank dieses Albums der schwedischen BLIND ALLEY kann man sich nun auf eigene Faust auf eine schamlos nostalgische Traumreise begeben. Obwohl man im Vorfeld die unterschiedlichsten Stilrichtungen ausprobiert und verinnerlicht hatte, entschloss sich die Band im Jahre 2001, im Hinblick auf eine Homogenisierung des Images und der generellen Ausrichtung, einem einfachen Credo zu folgen: „Lasst uns ein Classic Rock Album machen!“ Der walisische „Sheep-Shagger“ und Shakespeare-Freak David Williams bemerkte in diesem Zusammenhang einmal zurecht, man dürfe ein Kunstwerk nicht danach bewerten, ob es die eigenen Erwartungen erfülle, sondern müsse es vielmehr auf das Erreichen der von seinen Initiatoren gesteckten Ziele überprüfen. Und so mag sich mancher Metalhead die Ohren zuhalten bei countryfizierten, aalglatten Produktion wie dem Opener „All figured out“ oder Tränen tausend frisch gepresster Zwiebeln über kulschelrockenden Balladen wie der Trennungselegie „From now on“ vergiessen – besser kann man diese Musik wirklich nicht bringen. Die „Maneater“-Pastiche „One life“, das von Morsecode-funkenden Keyboards getragene „S.O.S“ oder der „Happy-go-lucky“-Pop von „Here comes the heartache“ sind, wie die übrigen Songs auch, reich an zart schmelzenden Chören und sanft säuselnden Refrains, süss wie eine Sahnetorte, klebrig wie „Storck Riesen“, perfekt und perlend wie Mark Knopflers Gitarrenspiel.

Zugegeben: David Williams war nur mein Englischlehrer und Mark Knopflers solistische Altenheimbedudelung ist genauso fehlerfrei wie trantütig. Und dennoch verbietet es sich, hier von Einbahnstrassen-Mentalität zu sprechen und muss man diesem melodieverliebten Silberling allerhöchste Qualität attestieren. Dennoch tippe ich mal darauf, dass dieses Album kein wahres Revival lostreten, sondern eher ein, wenn auch gelungener, Einzelfall bleiben wird. Schliesslich endet Alles einmal, sogar die Unendlichkeit.

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Blind Alley 'Infinity ends' Tracklist
1. All figured out
2. We still belong
3. One life
4. S.O.S. Button MP3 bestellen
5. Shadow from my heart
6. Here comes the heartache
7. From now on
8. Hunter
9. Stay the night
10. Payback time
11. Wild rose
12. Internal affairs
13. In your hand
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