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BLUE - Colours

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BLUE
Artist BLUE
Title Colours
Homepage BLUE
Label 25 M/ROUGH TRADE
Leserbewertung
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Eigentlich hätten BLUE bereits im Oktober live in Deutschland spielen sollen, doch die Tour wurde abgesagt, weil Lee Ryan an den Stimmbändern operiert werden musste. Weshalb es so lange gedauert hat, bis „Colours“, der fünfte Longplayer der britischen Boyband, jetzt das Licht der bundesdeutschen Plattenläden erblickt, weiß ich allerdings nicht. Daheim in UK ist der Silberling bereits im Frühjahr erschienen und konnte eine respektable Position 13 in den Charts erreichen. Vor zwei Jahren war die Reunion-Platte „Roulette“ ebenso erfolgreich; die Teens und Twens sind seit der BLUE-Gründung 2001 erwachsen geworden, haben sich von 2005 bis 2009 eine Auszeit genommen und machen auch heute noch das, was sie am besten können: schmachtenden Pop mit mehrstimmigem Gesang.

Ursprünglich sollte „Colours“ ein reines Cover-Album werden, doch als die Herrschaften im Studio war, fingen sie prompt an, auch eigene Songs zu schreiben, sodass letztlich nur vier der elf Tracks Interpretationen bekannter Nummern sind. Etwa JOHNNY BRISTOLs Pre-Disco-Stomper „Hang On In There Baby“ oder ERIC BENÉTs R’n’B-Schwoof „You’re The Only On”, der neben dem SIMPLY-RED-Klassiker „If You Don’t Know Me By Now” und dem gefühlvollen ROD-STEWART-Evergreen „I Don’t Want To Talk About It“ auf dem Silberling vertreten ist. Als Verbeugung vor dem Doo-Wop empfiehlt sich derweil der schwungvolle Opener „King of The World“, während das nachfolgende „Your’re The Only One“ eine Ballade mit viel Schmelz ist und sich „Home“ als kleine Pop-Hymne präsentiert. „Nothing Like You“ ist ebenso wie „Special“ ein typischer Boyband-Song mit mehrstimmigem Gesang und Handclap-Vibes, wohingegen „Flashback“ die wohlige Mowtown-Saite des Quartetts zum Klingen bringt. Für das seufzende „Endless Love“ hängt das auch schon mal der Himmel voller Geigen, ehe „Oh Girl“ den musikalischen Reigen nicht minder seelenvoll beendet.

Ich gehe mal davon aus, dass die Damen, die an Lees, Ants, Cunc’ und Sys Lippen hängen, über die Jahre auch ein wenig älter geworden, aber immer noch sehr zahlreich sind. 257 Shows vor 1,8 Millionen Zuschauern (u.a. Silvester 2012/2013 vor dem Brandenburger Tor und unlängst vor 25.000 frenetischen Fans in Ulan Bator/Mongolei) sprechen eine ziemlich deutliche Sprache und wer sieben Tage in Folge die Londoner Wembley Arena mit zwei Gigs pro Tag ausverkauft (2003 geschehen), macht ebenfalls eine Menge richtig. Wie man perfekten Pop mit R’n’B-Anklängen macht, wissen BLUE auch 2015 noch, entsprechend dürfte bei ihren Konzerten immer noch ziemlich viel gekreischt werden; wie schade, dass die holde deutsche Weiblichkeit darauf bis auf weiteres verzichten muss.

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