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BOBO & HERZFELD - Blick in den Strom

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BOBO & HERZFELD
Artist BOBO & HERZFELD
Title Blick in den Strom
Homepage BOBO & HERZFELD
Label TRAUMTON RECORDS
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Für ihr erstes Album „Lieder von Liebe und Tod“ bekamen BOBO & HERZFELD 2008 den Weltmusikpreis RUTH. Ein Programm, das auch in dem vielfach preisgekrönten Dokumentarfilm „Sound of Heimat“ von Arne Birkenstock vorgestellt wurde. Mit ihrer zweiten Platte „Liederseelen“ (2013) wandelten die beiden Musiker weiter auf den Pfaden deutscher Dichtung. Waren es auf dem Vorgängeralbum vor allem deutsche Volkslieder, mit deren innovativen Arrangements sie traditionelles Liedgut zu Weltmusik machten, verschrieben sie sich nun ganz dem Geist der Romantik. Der dritte Silberling in der Reihe mit dem Titel „Blick in den Strom“ führt den eingeschlagenen Weg fort und präsentiert größtenteils Vertonungen von Gedichten, u.a. von Joseph von Eichendorff, Nikolaus Lenau, Rainer Maria Rilke und J. W. Goethe.

Christiane „Bobolina“ Hebold, kurz Bobo, singt in unvergleichlicher Weise diese vertonten Gedichte der deutschen Romantik und Klassik, die der Film- und Theaterkomponist Sebastian Herzfeld geschrieben und arrangiert hat. Die beiden Musiker, die schon in Studententagen in einer Jazzband zusammen gespielt hatten, aber erst viele Jahre später wieder zusammen gefunden haben, schlagen mit diesem Romantik-Roots-Projekt eine Brücke zu ihren Wurzeln. So orchestriert der Multiinstrumentalist Herzfeld mit ungewöhnlichem Instrumentarium wie präpariertem Klavier, Harmonium, Bass und diversen Schlaginstrumenten magische Soundtracks, bei denen sich psychedelisch anmutende Klangwelten und kraftvolle rhythmischen Passagen abwechseln, auf denen Bobos Stimme mit der ihr eigenen Klarheit und Leichtigkeit  zu schweben scheint. Durch ihre Musik wird die poetische Kraft und Klugheit dieser Dichtung in neuen Dimensionen  fühlbar, die zeitlose Magie zwischenmenschlicher Emotionen, die diesen Versen innewohnt. Und dabei wirkt das alles so lebendig und modern, dass man meint, man höre diese alten Texte zum ersten Mal.

Leichte Kost, die nebenbei aus dem Radio plärrt, ist das natürlich nicht. Auch Bobos zarter und gleichzeitig markanter Sopran dürfte nicht jedermanns Fall sein. Vielmehr ist „Blick in den Strom“ eine sehr spezielle Sammlung von Texten und Liedern – eine traumverlorene Ansammlung von atmosphärischen und experimentellen Sounds irgendwo zwischen Neuer Musik, Jazz und Pop, Acoustic  und Ambient. Aber darauf verstehen sich BOBO & HERZFELD wahrlich meisterlich!

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