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CALEYA - These Waves Will Carry Us Home

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Artist CALEYA
Title These Waves Will Carry Us Home
Homepage CALEYA
Label MIDSUMMER
Veröffentlichung 10.09.2010
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Auf gemeine, hinterhältige, ja fast unmenschliche Art haben mich CALEYA hinters Licht geführt. „These Waves Will Carry Us Home“, genau das versprachen sie mir. Ich hätte es von Anfang an besser wissen müssen. Dick und fett strahlt mich das Vergleiche zu CULT OF LUNA ziehende Zitat des Promo-Zettels an. Der Kopf des Optimisten wäre augenblicklich mit den Scherben seiner sich in einem warnenden Klingelsturm selbst zerstörenden Alarmglocke übersät. Ich aber ließ mich nicht weiter beeindrucken. In Gedanken schon vor dem Kamin sitzend und befriedigende Mönchgesänge absorbierend, platzierte ich sanft die Kopfhörer auf meinem Haupt…

…um mich Sekunden später inmitten eines wütenden Ozeans wieder zu finden. Panisch mit den Händen rudernd, rang ich nach ein paar Fetzen kalter Luft, die mir das mich umzingelnde Wasser versuchte zu rauben. Nackte Angst packte mich, als ich langsam, immer noch um mein Leben kämpfend, realisierte, dass mich diese Wellen nie nach Hause tragen würden. Stattdessen griffen die rauhen Hände der unzähligen verlorenen Seelen, die dieses liquide Monstrum anscheinend schon seit Äonen verschlungen und zu einem Leben unter Null verdammt hatte, nach meinen Beinen. Sie zerrten, kratzten, zogen. Sie keiften und schrien, dass allein das Gewicht meines nun mit Depressionen völlig überladenen Herzens mich in die tiefsten Abgründe dieses Meeres hätte stürzen können. Ausgezehrt von der immer härter gegen mein Gesicht peitschenden Flut, schien ich den Kampf schlussendlich zu verlieren. Bevor ich jedoch Zeit gehabt hätte, mich den Kräften dieser undefinierbaren Macht zu ergeben, zerrte mich etwas aus meiner Not. Paralysiert von den Melodien, die mich langsam empor trugen, flog ich in Zeitlupe einem verlassenen Felsvorsprung entgegen. Immer deutlicher konnte ich die zunächst verschwommene Silhouette, die dort oben auf mich wartete, identifizieren. Mit dem zarten Körper einer weiblichen Märchenprinzessin und einem gleichzeitig zutiefst boshaften Blick durchbohrte mich diese wundersame Erscheinung, die Arielle und Medusa in einer Gestalt zu vereinen schien. Nichts war mehr gewiss. Auf Faszination folgte Grauen, doch der Bann war unlöslich, der Zwang zu stark. Ein rettender Strahl an dem plötzlich hell erleuchteten Horizont ließ mich hoffen, brachte er mich augenblicklich an einen Ort blanker Harmonie. Zu früh war jedoch meine Freude. Das Licht wurde schnell zu feinem Staub, die harmonischen Klänge verwandelten sich in rasend pulsierende Herzschläge. Mein Kopf blähte sich auf, stand kurz vor der Detonation. Ich war gefangen in meinem eigenen Albtraum. Abscheuliche Kreaturen jagten mich an den Abgrund meiner Existenz. Leise Töne der Zuversicht, kurz aufblitzende, warme Funken sprangen mir immer wieder entgegen, versanken jedoch ohne Wirkung in dem Gebrüll der unzähligen, verstörenden Gestalten. Bekannte Gesichter zogen an mir vorbei. Um Vergebung baten sie mich. Doch ich verstand nicht. Ich konnte ihnen nicht das geben, was sie verlangten. Ehe ich sie ein einziges Mal fragen konnte, sah ich mich wieder vor meinen personifizierten Ängsten fliehen. Das Ende kam näher. Ich spürte es. Ich klammerte mich fest an die letzten Splitter der Hoffnung, die mir noch geblieben waren. Ich sang. Aus voller Kehle. Versuchte, die Dunkelheit zu verbannen, sie endgültig in den für mich geschaffenen Abgrund zu stoßen. Doch nur ein „Lebewohl“ zwängte sich zwischen meinen Lippen hervor. Es war vergebens. Beinahe behutsam sank ich schließlich in das schwarze Loch. Weder Zeit noch Raum schienen hier eine Rolle zu spielen. Es war nichts. Ich war nichts. Stille… plötzlich setzte wieder Musik ein, die beinahe disharmonisch klang in Gegensatz zu dem, was ich zuvor erlebt habe. Ich versuchte, langsam meine Augenlider zu heben, …

… und musste feststellen, dass ich schon bei dem Bonustrack „Through An Empty Mirror“ angekommen war. Klar, dass der nicht mehr ins Konzept passte. Schließlich stammt der ja auch von der ersten EP „Maelstrom“. Nichtsdestotrotz erinnert er mit absoluter Klarheit an die Gefühle, die der zwischen schwerer Depression und fragilen Momenten der Schönheit pendelnde Sound der vergangenen halben Stunde vermittelt hat. Und obwohl die Hamburger DoomPostcorer den bombastischen, multi-instrumentalen Arrangements von CULT OF LUNA oder THE OCEAN fern sind, stattdessen auf die typische Fünf-Mann-Besetzung bauen, schaffen sie einen ähnlich emotional geschwängerten, transparent produzierten Mini-Kosmos, der in den Köpfen der Hörer immer neue Geschichten schreiben wird. Schon nächstes Jahr soll das zweite Album „Trümmermensch“ erscheinen. So lange werde ich mich noch den Wellen und diversen Nahtoderfahrungen ergeben… wir sehen uns dann zu Hause.

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Caleya 'These Waves Will Carry Us Home' Tracklist
1. These Waves Will Carry Us Home Button MP3 bestellen
2. The Siren Song (Into Her Cold Arms) Button MP3 bestellen
3. One Minute To Turn The Horizon Into Hopeful Dust Button MP3 bestellen
4. Marching In The Rhythm Of A Dreamer's Heart Button MP3 bestellen
5. For The Oness We Love We're Willing To Forgive
6. Faithfully Singing Farewell While We're Gently Sinking Towards The Rising Button MP3 bestellen
7. Through An Empty Mirror" (Bonus-Track) Button MP3 bestellen
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