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CARINOU - Bound

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Carinou-Bound.jpg
Artist CARINOU
Title Bound
Homepage CARINOU
Label CODE666
Veröffentlichung 01.06.2004
Leserbewertung
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6.3/10 (3 Bewertungen)

Dunkel war es bei PLACEBO ja schon immer, doch so langsam geht bei Ihnen endgültig das Licht aus. Von der exaltierten Extase eines „Pure Morning“ ist genauso wenig geblieben wie von dem depressiven Triumph „Without you I’m nothing“. Bowie erteilte seinen Segen, man brach bei Viva durch und spielte zum unpassendsten Moment der Karriere beim M’Era Luna, doch vielleicht hätte Brian Molko lieber in den Abgrund seiner Seele hinabsteigen, denn mit Geistern schlafen sollen. Dass er ein glücklicherer Mensch als noch vor einigen Jahren ist, freut einen, doch noch beglückender ist, dass es nun mit CARINOU Ersatz für die zuletzt etwas lauen und bemühten Übungen seiner Band gibt.

Zugleich dürfen diejenigen frohlocken, denen THE CURE nach der „Pornography“ zu kommerziell und handzahm wurden, denn auch dieser alkoholinduzierte Brocken schlechter Laune klingt immer wieder auf „Bound“ an, was selbstverständlich einiges über den Gemütszustand der beteiligten Musiker aussagt und uns hoffen lässt, dass man ihnen erlaubt, die Lampe neben dem Bett in der Nacht anzulassen. Oder schleicht Sänger Fredrik Soderlund (u.a. PUISSANCE) gar selbst um die Häuser, Worte des Wahnsinns vor sich hin brabbelnd und sich in Zustände offenherziger Romantik und tiefster Trauer stürzend? Um diese Dreieinigkeit aus Delirium, Poesie und Schmerz geht es nämlich, um die schmutzige Wahrheit unter dem Schleier der Schönheit und darum, nicht weiter zu können, aber dabei tänzelnden Schrittes zu marschieren. So liegt denn auch unter den meisten Titeln ein federnder Groove und sind die Texte, bis auf wenige morbide Einlagen, offene Bekenntnisse zu Liebe und Leidenschaft und dabei oft skizzenhaft, beinahe kindlich. Auch wenn das Schlagzeug manchmal überlebensgroß scheint und die Gitarren nicht von schlechten Eltern sind, steht „Bound“ dabei niemals im Konflikt mit Pop und Pathos, sagt niemals nein zu Melodie und harmonischem Wohlklang und chargiert spannungsgeladen zwischen Momenten der Stille und des Stroms. Lediglich die Produktion verweigert sich üblichen Mustern, ist weniger auf Druck, als auf einen Zustand der Schwerelosigkeit ausgerichtet – Industrial, wie die Plattenfirma versprach, findet hier keiner statt.

Einen bedeutenden Teil haben Soderlunds Mitstreiterinnen Maggie Elving und Sofie Svensson zum Gelingen dieses Unterfangens beigetragen und wer Elvings früheres Betätigungsfeld als Backgroundsängerin bei THE ARK kennt, weiß, dass Kommerz kein Schimpfwort für sie ist – auch wenn dieser lediglich als Nebenprodukt entsteht. Dennoch brauchen sich PLACEBO wohl kaum um ihre Führungsposition Sorgen zu machen, denn massentauglich kommt dieses Album nicht daher und lässt auch die einfach identifizierbaren Hymnen vermissen. Doch für einen ideellen Sieg reicht es auf jeden Fall: Der englische Sommerregen mag erfrischend auf die Häupter von Brian Molko und seinen Kollegen prasseln, die Sonne scheint für CARINOU.

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Carinou 'Bound' Tracklist
1. Vivid
2. Purge
3. Whore
4. Alone
5. Trust
6. Bound
7. Mistress
8. Carinou Button MP3 bestellen
9. Chris
10. Dead
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