Terrorverlag > Blog > CARLO SPERA & STEREONOISE > Sto correndo

Band Filter

CARLO SPERA & STEREONOISE - Sto correndo

VN:F [1.9.22_1171]
Carlo-Spera-Sto-Correndo.jpg
Artist CARLO SPERA & STEREONOISE
Title Sto correndo
Homepage CARLO SPERA & STEREONOISE
Label VIDEORADIO
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Vielleicht sind die 80er ja wirklich noch nicht vorbei. Bewusst billiger Synthiepop mit peitschender Snare-Drum und einer zungenschnalzenden Portion Ironie war auch in 2004 noch nicht gänzlich aus den Musikmagazinen verschwunden und DURAN DURAN beendeten das vergangene Jahr als eine der erfolgreichsten Tour-Bands der Welt. „Sto correndo“ scheint sich da nahtlos einzureihen.

Dass dieses aus Italien zu uns kommende Werk einem dann doch nicht den letzten Nerv raubt, liegt vermutlich daran, dass die ganzen vermeintlichen Verweise und Referenzen gar nicht als solche gemeint sind. Der Coctail-Swing von MAT BIANCO und die HERB ALPERT-Trompetenseligkeit, welche mit einer hysterisch aufgeladenen Drum-Machine und wirren, an die frühen 12’’-Mixe erinnernden Arrangements eine unausgeglichene Ehe eingehen, sollte man vielleicht eher als die Auswüchse eines ungewöhnlich denkenden Geistes denn als Zitat verstehen. Pop ist das trotz der Zutaten jedenfalls nicht, Kunst trotz der verschachtelten Form aber ebenfalls nicht: CARLO SPERA ist ein Computer-Tüftler mit einer Vorliebe für Blues und Jazz, STEREONOISE eine zweiköpfige Begleitformation, welche ihre Inspiration von MILES DAVIS und AC/DC bezieht und durchaus wuchtig zu Werke geht. Da blubbert, wabert, trötet, bläst und knallt es aus allen Ecken und die „Band“ groovt und vibriert wie Jaba the Huts persönliche Hofkapelle. In den guten Momenten klingt das, als habe sich BECKs „Odelay“ in einen Olivenhain verirrt, in den schlechten wie ein Maschinenbauer beim Samba-Kurs.

Langweilig wird einem dabei auf jeden Fall fast nie und einigen belanglosen Petitessen am Schluss stehen ebenso viele vollends überzeugende Tracks und der entrückte Titelsong gegenüber. „Sto correndo“ ist vollends durchgeknallt und nicht nur an der Oberfläche individuell. Und damit die perfekte Anti-These zu den 80ern.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu CARLO SPERA & STEREONOISE