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CHTHONIC - Seediq Bale

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Artist CHTHONIC
Title Seediq Bale
Homepage CHTHONIC
Label DOWN PORT MUSIC/ TRA MUSIC
Leserbewertung
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7.9/10 (7 Bewertungen)

Asien boomt. Gut in wirtschaftlichen Dingen ist das keine Neuigkeit, doch was seit Jahren bereits in der eigenen (musikalischen) Szene brodelt, schwappt nun mehr und mehr zu uns herüber. Nach den Visual Kai-Combos (DIR EN GREY, DESPAIR’S RAY etc.) und schweden-inspirierten Krachern (BLOOD STAIN CHILD) kommen nun CHTHONIC aus Taiwan um die Ecke, welche sich deutlich dem symphonischen Black Metal verschrieben haben.

Dabei fügt man auch hier den klassischen Einflüssen aus dem nördlichen Westen traditionelle kulturelle Zutaten bei, was den Sound des Sextetts unverkennbar macht. So kommt immer wieder ein Instrument namens „Er-Hu“ zum Einsatz, das mit unserer Violine vergleichbar ist, aber anders gespielt wird und auch etwas anders, nämlich halt leicht asiatisch klingt. Zusammen mit den oft recht synth-lastigen Passagen und dem des öfteren eingesetzten weiblichen Gesang birgt dies natürlich die Gefahr, dass sich die Songs einfach überladen. Doch dagegen setzen die Asiaten angemessen eingängige Riffs, Mosh-Passagen und gelungene, klassische Soli, was dann zusammen eine wirklich gut abgeschmeckte Mischung aus traditionellem Sympho-Black Metal und Einflüssen aus dem fernen Osten kreiert. Die Stücke an sich sind dabei allerdings wenig spektakulär. Rasende Wut-Phasen wechseln sich schön mit eingängigen und pompösen Passagen ab. Dabei können sowohl die Gitarren-Fraktion als auch der wirbelnde Drummer und der sehr vielseitig eingesetzte Growl/ Kreisch-Gesang des Fronters (welcher stimmlich als auch durch sein in den beigefügten Videos zu sehendes Stage-Acting etwas sehr an einen kleinen Bösewicht aus England erinnert) mehr als locker mit den Großen Skandinaviens mithalten. Atmosphäre steht bei CHTHONIC an oberster Stelle und dies schafft die Band mit routinierter Leichtigkeit durch die schon erwähnte Nutzung des Er-Hu, der Keys und der guten Abgestimmtheit der Band sich. Da hört man, dass die Combo schon seit 10 Jahren und vier Alben aktiv ist, nicht zu unrecht in den heimatlichen Regionen zu den Besten des Genres zählt und vor richtig großem Publikum auftritt. Sehr schön abgerundet wird das alles durch die Nutzung von traditioneller und gegenwärtiger Sprache, sowie dem Corpse Paint, welches an die „Acht Generäle“ der Taiwan-Folklore und deren Spirits angelehnt sein soll.

Eine wirklich tolle Inszenierung, welche zwar musikalisch keine Offenbarung bringt, aber eine mehr als interessante Veröffentlichung mit guten Songs und fettem Sound, der einen frischen asiatischen Wind in die Läden bringt!

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