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CINEMA CINEMA - Man Bites Dog

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CINEMA CINEMA
Artist CINEMA CINEMA
Title Man Bites Dog
Homepage CINEMA CINEMA
Label LABELSHIP
Leserbewertung
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9.0/10 (1 Bewertungen)

Ev Gold und Paul Claro sind Cousins, die in Brooklyn aufgewachsen sind und seit 2008 gemeinsame Sache bei CINEMA CINEMA machen. Nun beschäftigen sich die Herrschaften weniger mit Filmen, denn mit experimentellen DIY-Punk, den es mit „Man Bites Dog“ zum vierten Mal auf einem Silberling zu hören gibt. Post-Hardcore, gespickt mit Hard Psych und Noise sowie natürlich einer großen Portion Punk zeichnen den Sound des Sängers/Gitarristen und des Drummers aus, die jedoch auch Klezmer und abstrahierte Jazz- und Funk-Eindrücke in ihre neuen Songs einfließen lassen.

Für die Entstehungsgeschichte der sieben Tracks war allerdings auch wesentlich, dass 2015 nach nur zwei Aufnahmetagen sämtliche Gitarren und Amps der Band aus dem BC-Studio gestohlen wurden. Nun hatte Studio-Eigner Martin Bisi das Duo zufällig 2012 kennengelernt – kurz nachdem Hurricane Sandy sämtliches Band-Equipment von CINEMA CINEMA zerstört hatte. Von derlei Unbill lassen sich die Jungs aber ganz offensichtlich nicht unterkriegen und bringen einfach einen noch wütenderen und brutaleren Sound zu Gehör. Der im Übrigen wie im Fall von „Exotic Blood“, „Digital Clockwork Orange“ und „Shiner Number Five“ auch durch ein Saxofon (gespielt von Matt Darriau) angereichert wird. Deutlich schrammeliger als die ersten Tracks kommen „Taxi Driver“ und „Mask of The Red Death“ daher, wobei man von einer einheitlichen musikalischen Marschrichtung bei „Man Bites Dog“ eh nicht sprechen kann. Ev und Paul experimentieren was das Zeug hält und scheren sich dabei kein Stück um irgendwelche Genre-Grenzen, sondern produzieren ein verworrenes Klang-Konvolut, das mitunter ganz schön an den Nerven zerrt.

Leichte Kost ist das nämlich ganz und gar nicht, die CINEMA CINEMA da mit „Man Bites Dog“ aus dem Big Apple servieren. Was zu Anfang noch an recht vertraute Punk-Tonfolgen denken lässt, entwickelt in der Folge immer mehr Distortion-Abseiten, die ihren Gipfel im finalen, fast zehnminütigen „Shiner Number Five“ erfahren, wenn das Blechinstrument auch noch zum Free-Jazz-Overkill bläst.

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