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CINNAMOON - s/t

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Artist CINNAMOON
Title s/t
Homepage CINNAMOON
Label HONEYMILK RECORDS
Veröffentlichung 25.10.2004
Leserbewertung
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Die Töne der amerikanischen Einöde fanden schon immer einen bemerkenswerten Platz in den Herzen europäischen Liebhaber. Es ist eine dieser seltsamen Zufälle, dass eine Musik, die derart fest mit der Hitze der Canyons und der Unendlichkeit der Highways verknüpft ist, sich ebenso für einsame Fjorde und kalte Winterabende eignet. Jahrelang musste man auf dem alten Kontinent auf die Dienste der Musiker von der anderen Seite des Atlantiks vertrauen und bei Acts wie den COUNTING CROWS oder TOAD THE WET SPROCKET wurde man diesbezüglich auch bestens bedient. Doch das Desinteresse weitestgehender Teile der amerikanischen Medien, der Siegeszug des HipHop und das Aufblühen kleiner, aber feiner Label u.a. auch in Deutschland haben dazu geführt, dass die Uhr des Folkrock wieder nach Greenwich gestellt wird.

Gerade Norwegen hat sich als eine Hochburg dieser Bewegung etabliert. Um die somnambulen MADRUGADA tummelt sich eine Szene, welche die schematischen Vorgaben der US-Kollegen lediglich als Ausgangsbasis für eine ganz eigene Sprache und die Bildung neuer Formen betrachtet. Auch CINNAMOON benutzen das klassische Instrumentarium, glauben an die heilende Kraft des Rock n Roll, an seine religiöse Emphase. Wenn sich auf „Drumhead Trial“ eine Stimme so tief erhebt, dass sich Peter Steele und Andrew Eldritch schnellstens unter ihrer Decke verkriechen, dann denkt man nicht an Jim Morrison, sondern an einen Priester, an Voodoo und an „Angelheart“. Joachim Akerstroms Organ erhebt sich schon mal in höhere Regionen, doch in den besten Momenten bleibt es im warm-raspeligen Bereich und dann werden Assoziationen mit BRUCE SPRINGSTEEN und JOHNY CASH wach – mit Ikonen und dem Besten, was die Staaten zu bieten haben. Da passt es nur zu gut, dass der Opener „Dogtown“ wie 16 HORSEPOWER anmutet, nur mit ein paar Pferdestärken weniger und ohne die Bibel zu zitieren. Und „The Forest“ klaut im Titel beinahe bei THE CURE und belehnt im Text THE MISSION, die ja auch schon immer für ein paar salbende Worte gut waren. Die Musik dazu schunkelt leicht spinnert, doch man kann die Fallen und den doppelten Boden bereits erahnen. An anderer Stelle wird es schon mal kraftvoller: „Head’em Up“ ist unverschämt eingängig und schamlos hymnisch und bei „No Shame“ scheppert das Schlagzeug so überlebensgroß wie bei den Elfen von Sigur Ros. „River Black & Rock Fill“ ist CINNAMOONs Ausflug in die schwülen Deltas des Südens, eine Dämonenbeschwörung mit schweißnasser Stirn und einem unheilvollen Chor – auf diese Reise folgt man ihnen mit schlotternden Knien und trunken vor Erwartung. Doch alles löst sich wie ein schöner Traum in Wohlgefallen auf. Das bittersüße Duett „Roll On“ versöhnt einen wieder mit der Welt: Klar ist alles Irrsinn, doch muss man trotzdem weitermachen.

Ihre Singles verkaufen sich zuhause angeblich schon aus und scheinbar hat sich dort auch eine beträchtliche Fanschar um die Band geschart. Zustände wie diese werden CINNAMOON mit ihrem Debüt in Deutschland natürlich nicht auslösen, aber man darf zumindest hoffen, dass sie auch außerhalb des Rolling Stone Magazins ein paar Freunde gewinnen können. Und spätestens wenn die ersten Schneeflocken fallen, wird man froh sein, wenn dieses Album warm wie ein Kaminfeuer im CD-Spieler prasselt.

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Prince 's/t' Tracklist
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