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CLEAVE - Pluvious tomorrows

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Cleave-Pluvious-Tomorrow.jpg
Artist CLEAVE
Title Pluvious tomorrows
Homepage CLEAVE
Label EIGENPRODUKTION/ REBEAT
Leserbewertung
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Eine Platte, die übersetzt so viel wie “Regnerische Zukunft” heißt, mutet im “schönen” Münsterland natürlich recht zynisch an. In Österreich, der Heimat von CLEAVE, mag das freilich anders sein, weswegen wir den Titel mal als eine Anspielung auf eine leicht düstere Grundeinstellung deuten.

Gleichzeitig kann man daran erkennen, wo sich die Band selbst positioniert. Denn genauso, wie man „Brown Paper Bag“ unzweideutig in einen Jazz-Kontext einordnen müsste, hat „Pluvious tomorrows“ einen klassisch-progressiven Touch. Das ist zwar hier nicht völlig unpassend, aber eben auch nicht gänzlich zutreffend. CLEAVE integrieren zwar gerne ein Klavier in ihren Stücken und lassen ihre Rhythmen stottern und taumeln wie eine Festplatte im Vollrausch. Doch während es gerade das Prinzip von Formationen wie YES, MARILLION oder DREAM THEATER ist, möglichst dick aufzutragen, bleibt dieses Dreier einer beinahe schon rüden Rudimentarität in Hinblick auf die verwendeten Mittel verbunden: Neben der einfachen Gitarre/Bass/Schlagzeug-Besetzung fällt da vor allem der betont knochentrockene Sound auf, der so gar nicht symphonisch-opulent daherkommt. Verschachtelt sind diese Songs ebenfalls nicht, komplex eher auf eine verspielte Art und Weise. Wollte man sie denn unbedingt der progressiven Schule zuordnen, dann eher in den Dunstkreis von KING CRIMSON, auch wenn CLEAVE natürlich nicht deren Monumentalität erreichen (und das wohl auch gar nicht wollen). Nein, viel eher – und das passt auch bei der zur Schau gestellten Vielfalt des Materials –ist das unangepasster Indie-Rock mit verschlungenen Harmonien, verstörendem Stop-and-Go und einer generellen Ablehnung gegenüber allzu eingängigen oder aufs erste Gehör verständlichen Strukturen. Gerade letzteres führt hier zu einem kleinen Dilemma: Die Band ist nämlich immer dann am Besten, wenn sie sich treiben lässt und nicht vor einem zünftigen Refrain oder einem fließenden Groove zurückschreckt. Dann gelingen ihnen völlig unspektakuläre, aber sehr eindringliche und verdammt effektive Stücke wie das auf einem berstenden Beat schwebende „Analyze“ oder das druckvolle „Winged Hybrid“. Nur: Dieser sanfte Fluß ist eben gerade nicht beabsichtigt und so betonen CLEAVE etwas zu oft das Instrumental-technische und das Fricklige ihrer Musik – und das wirkt dann leicht maniriert und anstrengend.

„Pluvious tomorrows“ soll, als Debüt, natürlich erstmal eine ganze Menge von der Band zeigen. Und das gelingt auch voll – jeder Track ist hier kreativ gestaltet und deutet auf eine neue Facette hin. Obwohl also nicht alles hier sofort zu überzeugen weiß, präsentiert sich die Zukunft für CLEAVE durchaus sonnig.

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