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COLLIEELECTRIC - s/t

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CollieElectric-CollieElectric.jpg
Artist COLLIEELECTRIC
Title s/t
Homepage COLLIEELECTRIC
Label RENT A DOG
Leserbewertung
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Es gibt nur ganz wenige meiner Vinyl-Schätzchen, die ich mir Jahre später auch noch auf CD zugelegt habe, darunter „Elysian“ von M WALKING ON THE WATER. Sänger Markus Maria Jansen fand ich vor 20 Jahren eine verdammt coole Socke, hatte seine Stimme doch so eine unvergleichlich lässige „Ihr-könnt-mich-alle-mal“–Attitüde. Irgendwann habe ich JANSEN und seine musikalischen Aktivitäten unter gleichem Namen aus den Augen verloren, aber M WALKING ON THE WATER wurde (neben NEW MODEL ARMY und Konsorten) zum Synonym für meine Sturm- und Drangzeit. Und nun ist er wieder da, der Markus, mit etlichen Songs aus dem M Walking – Nachlass, die nun unter neuem Namen doch noch das Rampenlicht erblicken dürfen, mein Herzchen hüpfte vor Freude als ich es las. Unter dem skurrilen Namen COLLIEelectric firmiert Markus nun als Sänger und Gitarrist, mit dabei sind die JANSEN-Kumpels Andre am Schlagzeug und Philipp am Bass (sonst Kontrabass). Also die denkbar kleinste Einheit und was fehlt? Genau, die Geige. Und sie fehlte mir beim ersten Hördurchgang tatsächlich. Aber das wird wohl nur den Altvorderen wie mir so gehen.

10 neue alte Songs und 2 Klassiker aus alten M-Walking–Zeiten haben die Drei pur und ohne viel Firlefanz (insofern ist der Bandname ein wenig irreführend) in Markus Homestudio aufgenommen, eine intime Chose also. Da gibt es jede Menge lässiges Gitarrengeschrammel mit Folk-Touch wie „Sleeping on a wire“ und „Wishing well“, gefolgt von „Poison“ – etwas schneller als das ursprüngliche Original eingespielt und mit unplugged-Appeal, aber immer noch einfach zeitlos genial. „Heavens’s Gate“ mit wunderschöner Gitarrenarbeit und eingängigem Refrain bohrt sich gleich in die Gehörgänge, so auch „Nevermore“ mit feinem Harmoniegesang, während Markus bei „Heaven“, „Lilac Moon“ und „Silent Day“ charmant – windschief sein putziges Englisch pflegt. „Housebuilding“ ist nicht nur für Eigenheimbesitzer ein vergnüglicher Groover, ehe mit „Elysian“ der nächste M WALKING-Klassiker neu vertont wird, natürlich auch in etwas abgewandelter Form, aber immer noch so charismatisch wie zwei Dekaden zuvor. Nur „Final Crap“ zieht sich sparsam instrumentalisiert, mit eruptiven Sequenzen über 7 Minuten je nach eigener Gemütslage zwischen meditativ und langweilig hin.

Gute 50 Minuten angefolkter Indie-Pop, immer mühelos, niemals anbiedernd und weit genug weg vom Mainstream, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Prima, dass diese Lieder nicht irgendwo verstaubt sind. Als alter M Walking – Fan sag ich: Danke, Markus!

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