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COPILOT - Kindererholungsheim

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Copilot-Kindererholungsheim.jpg
Artist COPILOT
Title Kindererholungsheim
Homepage COPILOT
Label ERDKERN
Leserbewertung
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7.6/10 (12 Bewertungen)

“Punk” steht auch für “Widerstand” – das wird heuer mal wieder bewiesen. Denn trotz der nun frisch eingeführten “Luftverkehrsabgabe” (oder auch “Ticketsteuer”, wie man so schön sagt) erheben sich COPILOT wieder in die musikalischen Lüfte und verfrachten uns mit ihrem zweiten Rundling ins “Kindererholungsheim”.

Wie bereits der Vorgänger “Kleinstadtgeschichten” aus dem Jahr 2009 verbirgt sich der acht Kompositionen schwere Tonträger in einem stylischen, liebevoll gestalteten Pappschuber – doch nicht nur das sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Alles das, was man bereits vorher an dem jungen Quartett aus Enger mochte, ist auch weiterhin massig vorhanden: Die gefühlvoll gestaltete instrumentale Gestaltung, nachdenkliche und clevere Texte zumeist über Unzufriedenheit und dennoch eine glasklare punkige Attitüde mit einem hohem Maß an Authentizität. Nicht fündig wird man höchstens bei den Dingen, denen man bei den Jungs früher vielleicht noch eher kritisch gegenüberstand; die hat man nämlich mal eben per Schleudersitz aus dem Cockpit geschossen. Okay, wer kategorisch mit dieser Art von Musik nichts anfangen oder sich nicht darauf einlassen kann bzw. will, den wird man auch hier nicht umstimmen können; versucht dies aber auch gar nicht erst. Warum auch? “Punk” steht auch für “Widerstand” – aber das hatten wir ja schon. Freunden dieser Sparte des Genres (denn um einen reinen Abkömmling dessen handelt es sich hier nun wahrlich nicht) werden die positive Entwicklung dafür umso mehr befürworten. Der „eigenwillige“ Sprachgesang von Kevin ist nun besser an die Songstruktur angepasst, wirkt deutlich weniger sperrig, ist aber immer noch kantig und kratzig genug, um die persönliche Note weiter hervorzuheben und aufzuwerten. Man zeigt sich varianten- und abwechslungsreicher und steht so nun musikalisch noch „erwachsener“ da als auf dem ohnehin schon beeindruckend versierten Debüt-Werk der 2008 gegründeten Gruppierung. Eher typische COPILOT-Stücke wie das verhaltene, aber melodisch schön erzählte „Wie man hinkend laufen kann“ oder das bedächtige „Frühromantische Konkurrenz“ wechseln sich ab mit flotten Nummern wie dem ganz starken, jedoch recht kurzen „Sparflamme“, dem schwungvollen „Schlechtes Karma/ Guter Haarschnitt“ oder dem frechen Mitgröhler „Deine Welt verkriecht sich“ und gestalten so das Gesamtbild ziemlich frisch. Die ordentliche Produktion tut ihr übriges dazu, aus den gut 20 Minuten ein längerfristiges Hörvergnügen zu machen.

Bleibt festzuhalten, dass COPILOT mit “Kindererholungsheim” alles richtig gemacht haben. Die Jungs sind ihren Wurzeln klar treu geblieben und haben an den richtigen Stellen gearbeitet, um den Gesamtsound weiterzuentwickeln und zu verbessern. Kein Stillstand, aber auch keine Verfremdung – „Musterlösung“, um es mit einem Titel dieser auf 250 Stück limitierten CD zu sagen. Mit diesem COPILOTEN ist das Sammeln von Bonusmeilen nun wahrlich keine mühevolle Aufgabe mehr.

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