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CROSSCUT - Director’s Cut

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Artist CROSSCUT
Title Director’s Cut
Homepage CROSSCUT
Label FAME RECORDINGS
Veröffentlichung 10.01.2005
Leserbewertung
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8.0/10 (1 Bewertungen)

Sie mögen bei einem Label namens „Fame Recordings“ veröffentlichen und sich ein „tv“ an die URL gehängt haben, doch Hollywooddivas sehen anders aus. Wenn die Band bislang negativ bei so manchem aneckte, dann lediglich durch ihre ungenierte Positivität und ihren festen Willen, ihr eigenes Ding durchzuziehen. Das hat sie angreifbar von allen Seiten gemacht. Der durchschnittliche Journalist und MTV-Fan wird sich über die Weigerung ärgern, wie KORN oder FEAR FACTORY klingen zu wollen oder mit ihnen verglichen zu werden. Währenddessen kocht der korrekte Indie-Kritiker bei dem Gedanken an ein Cover von EMFs „Unbelievable“ und hohe Notierungen in den VIVA-Charts. All das wird sich auch bei dem neuen Album nicht ändern: CROSSCUT die dritte!

Somit ist der Titel des Werks eine Art Pleonasmus, denn natürlich hat sich die Gruppe noch niemals und von keinem beschneiden oder beschränken lassen (andere Pleonasmen sind z.B. ein„weißer Schimmel“ oder ein „dummer Fred Durst“). Wenn die Eröffnungsszene „Focus“ deswegen höllisch hart und zugleich himmlisch melodiös ausfällt, dann ist das also ein ideales und äußerst adäquates Einstiegsbrett in eine schöne neue Welt. Wer jetzt behauptet, es gäbe hier keine Parallelen zu den jungen Wilden des MetalCore und den Aposteln des Nu Rock, der lügt. Natürlich wird man auf „Director’s Cut“ sowohl die wüsten Schreie finden, die rotierenden Gitarren, das Staccato-Riffing und die Elektronikeinsprengsel. Und dennoch hat die Musik stets ihre erkennbaren Eigenheiten, bewegt sich schwerelos zwischen Programmkino und Popcorn. Industrielle Wut trifft auf süßes Flüstern, peitschende Drums auf „Oooh!“-Chöre, Midtempo-Brecher auf knackige Grooves und alles passt. Während einem die endlosen Ohnmachtsepen der amerikanischen Kollegen zumeist vor allem Respekt abringen, darf man sich hier wieder einmal schamlos freuen und die Arme in die Luft werfen. Oder sogar einen auf Karaoke machen, denn mit Timo hat die Band einen der wenigen Metal-Frontmänner in ihren Reihen, der sich offensichtlich beim Singen wohler als beim Shouten fühlt. Das darf er noch einmal beeindruckend bei dem an die TEARS FOR FEARS der „Elemental“-Phase erinnernden „Personal Demon“ unter Beweis stellen, in dem er sich stimmlich gänzlich passend Roland Orzabal annähert. Und ohne sein treffsicheres Organ hätte man sich wohl kaum an den AcoustiCore von „Zone of the Sphinx“ gewagt – der wohl mutigste unter vielen ohnehin schon mutigen Songs. Wen das noch nicht überzeugt, sollte in „Siren“ reinhören: Adrenalinrausch im Blut und ein aufregendes Kribbeln in der Magengegend.

Dass sie eine beachtliche, treue Fanschar haben, glauben wir ihnen sofort und wer guten Geschmack beweisen will, schließt sich ihr schnellstmöglich an. Für eine Hauptrolle im harten Geschäft wird „Director’s Cut“ wohl kaum reichen, aber das ist sicherlich eher ein gutes Omen – wer möchte schon gerne Seite an Seite mit der „Titanic“ stehen? Ob die Kassen nun klingeln, oder nicht: Das Drehbuch zu CROSSCUT’s Karriere verspricht so Einiges. Film ab!

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Crosscut 'Director’s Cut' Tracklist
1. Focus
2. Points of the virus
3. Parade of clones
4. Uncover your anger
5. End of spiral
6. Personal demon
7. Significant skills
8. Roll the dice
9. Siren
10. Burn down Las Vegas
11. Zone of the Sphinx
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