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CRYSTALIUM - Diktat Omega

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Ceystalium-Diktat-Omega.jpg
Artist CRYSTALIUM
Title Diktat Omega
Homepage CRYSTALIUM
Label ADIPOCERE RECORDS
Veröffentlichung 13.02.1996
Leserbewertung
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CRYSTALIUM leben nach eigenem Bekunden nur für ihre Feinde – ein in dieser Deutlichkeit selten geäußertes, aber durchaus nicht gänzlich fremdes Bekenntnis zur eigenen Motivation. Auch der umtriebige und im Gegensatz zu den auf seinem Label operierenden Bands mit ausgesprochen subtiler und selbstironischer Rhetorik gesegnete Billy Gould gab bereits zu Protokoll, er habe sein Kool Arrow Label nur deswegen gegründet, weil er die Musik, die er gerne hören würde, nicht im Plattenladen finden konnte und dass Rock und Metal von ihrer ganzen Veranlagung her eine Gegenbewegung, bzw. die Verneinung des Status Quo (und von STATUS QUO!) darstellen, bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung. Dennoch ist diese französische Band alles andere als eine Truppe stumpfer „Nein“-Sager.

Vielmehr ist „Diktat Omega“, soweit man das anhand der leider nicht in ihrer Gänze abgedruckten und in anspruchsvollem Französisch gehaltenen Texte beurteilen kann, ein Quell des Optimismus – kein Einzelfall im Schwarzmetall im übrigen, denn während beim Death die pulsierende Energie durch die Musik übertragen wird und die schwarze Schlacke der Negativität mittels von ätzender Sozial- und Kirchenkritik getränkter Lyrik abfließt, ist die Botschaft des Black eine grundlegend Gute: Das Individuum und seine Fähigkeit, ohne die Hilfe Dritter oder von Wunschdenken erschaffener Gottheiten zu Glück und Stärke zu finden, steht im Mittelpunkt und so umkreisen sieben Stücke dieses Album eine zentrale, nur vier Minuten lange Meditation mit dem simplen, doch erleuchtenden Titel „Je“ – „Ich“. Deutlicher wird dies nur in dem programmatischen „Fanatisme en apogee“, wo es heißt „In einer Welt banalisieren Hasses bin ich Alpha und Omega, denn (…) ich habe mich dafür entschieden, die Ewigkeit zu sein.“ Von Alpha nach Omega ist es bei den hier präsentierten Kompositionen indes keine Ewigkeit, denn obwohl zumindest zwei Titel nur knapp an der neun-Minuten Grenze vorbeischrammen, ist die Musik von einer seltenen Klare und einem kühnen Entdeckergeist geprägt, welche das Metrum der Uhr ad absurdum führen. An gerade nicht zu einfachen Akkordstrukturen hangeln sich die Stücke entlang, ständig kleine Variationen einbauend, stets mit überraschenden Wendungen aufwartend, doch obwohl sie sich dabei manchmal ganz schön weit aus dem Fenster lehnen, behalten sie ausnahmslos die Balance. Noch einmaliger jedoch ist der zunächst gewöhnungsbedürftige Sound der Platte: Streichholzschachtelsnares im Dauereinsatz, eine ohne die Unterstützung elektronischer Effekte geifernde Stimme und die gleichberechtigt und unisono agierenden Gitarren und Keyboards.

Gerade letztere machen „Diktat Omega“ aus und geben ihr eine unerreichte Kombination aus Räumlichkeit und Dichte – ob die Band nach dem Abgang von Tastenmann Celtill jemals wieder an diese Leistung anknüpfen kann, steht vorerst noch in den Sternen. Dort schwebt vorerst aber auch dieses Album und strahlt wie ein schwarzer Riese. Wenn CRYSTALIUM tatsächlich nur für ihre Feinde leben, dürfen sie sich von mir aus auflösen.

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