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DARK DECEPTION - Spiritual War

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Artist DARK DECEPTION
Title Spiritual War
Homepage DARK DECEPTION
Label EIGENPRODUKTION
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Dass man auch ohne die Unterstützung einer Plattenfirma so etwas wie eine Karriere hinlegen kann, haben u.a. WINTERKÄLTE eindrucksvoll belegt – vielleicht kann ein so traditioneller und ehrlich gefühlter Black Metal eben nur außerhalb der großen Maschine stattfinden. Auch DARK DECEPTION veröffentlichen ihr erstes vollwertiges Album in eigener Regie und hier wie dort hat man das Gefühl, als schade das dem Unterfangen keineswegs.

Die Entstehung einer derart groben Attacke mag man sich nämlich lediglich im schmutzigen, rauchverhangenen Proberaum vorstellen, kann den Muff, das Bier und die Kippen förmlich riechen. Wer nach der vor knapp anderthalb Jahren veröffentlichten EP „Path of Damnation“ vermutete, die Band wandle in Träumen zwischen taumelnder Wut und einem Ort der Stille inmitten des Orkans, muss sich hier eines besseren belehren lassen – die wohligen Keyboardteppiche, die in der Vergangenheit so manchen Zornabbruch sanft abfederten, sind verschwunden und ihr Abschied legt die Wunden bloß. „Rebellion of the Damned“ ist nicht nur ein Opener, es ist ein Manifest: Diese Aggression, diese Rohheit, man fühlt sich an eine Live-Aufnahme erinnert, doch behalten DARK DECEPTION stets die Kontrolle. Die Bass-Drum schlägt aus, boxt gegen die breiten Black-Metal Gitarrenwälle an und die Vocals schäumen geradezu über. Trotzdem weisen die neuen Tracks eine ähnlich dichte Atmosphäre wie die Kompositionen des Vorgängers auf, werden lediglich immer wieder von hingerotzten Einwürfen unterbrochen. Während sich die Strukturen zunächst in einem Zustand ständiger Veränderung befinden, überzeugt das Titelstück gerade durch seine Linearität: Träge Äxte, peitschende Drums und ein übersinnlicher, mächtiger Refrain machen dieses Stück zum Glanzlicht des Albums. Ohne einzubrechen steuert „Spiritual War“ danach eher sichere Häfen an, wird in „Satanic Revenge“ noch etwas bulliger, legt aber mit dem verzichtbaren Instrumental „Process of Healing“ auch eine kleine qualitative Auszeit ein.

Besondere Erwähnung finden sollten die Texte, deren Titel auf das Typische hindeuten, deren Kern aber bemerkenswert positiv ist: Es geht um die Entdeckung der eigenen Kraft, eines neuen Selbstbewusstseins und das Abwerfen gesellschaftlicher oder religiöser Fesseln. Das ist eine begrüßenswerte Botschaft auf einer begrüßenswert anderen Scheibe. Vielleicht kann ein derart ungewöhnlicher und eigener Black Metal eben nur außerhalb der großen Maschine stattfinden.

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