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DAVANTAGE - Split and Shatter

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Artist DAVANTAGE
Title Split and Shatter
Homepage DAVANTAGE
Label RUPAL RECORDS
Veröffentlichung 19.05.2006
Leserbewertung
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7.8/10 (4 Bewertungen)

DAVANTAGE 2004: Die “Unholy”-EP erscheint und kann die Ohren der Rezensenten landauf landab überzeugen. Man ist bei Black Rain unter Vertrag und Fronter Kay Härtel steht wie ein Fels in der Brandung – so meint man. „Nebenbei“ agiert er als Livekeyboarder bei FEINDFLUG. Ein neuer Longplayer mit dem Titel „Split and Shatter“ wird angekündigt.

DAVANTAGE 2006: Besagtes Album erscheint endlich… ohne Kay. Der ist immer noch bei Black Rain und hat sich mit seinem neuen Projekt SUPREME COURT ein veritables Standbein aufgebaut. Bei FEINDFLUG steht er weiterhin hinter den Tasten. Beam ist nicht mehr dabei, auch bei TACTICAL SEKT findet man ihn nicht mehr im Line Up. Dafür bearbeitet er erfolgreich die Felle für DIARY OF DREAMS und… ist der neue Sänger von DAVANTAGE!!! Und das Bandkarussell dreht sich ewig. Laut Homepage sah er einfach zu gut aus, um ihn bei der Suche nach einem neuen Blutkehlchen zu übergehen. Es gibt 2 DAVANTAGE Websites (eine wird als historisches Dokument bezeichnet) und ein neues Label mit Rupal Records.

Soweit die Vorgeschichte, so objektiv wie möglich skizziert. Dass man als aufgeweckter Elektroniker neugierig und möglicherweise auch ein wenig misstrauisch reagiert, dürfte klar sein. Ordentlicher Druck auf das verbliebene Trio (Mario, René, Gunnar) kann ebenfalls nicht wegdiskutiert werden, will man doch beweisen, dass auch ohne Kay genug Substanz in der Truppe steckt. Dementsprechend opulent fällt das neue Werk dann auch aus. Quantitativ, weil man gleich noch eine Bonus EP namens „Conference“ am Start hat, aber auch qualitativ, wie sich nach mehreren Hördurchgängen bestätigt. Meist treibender, mittelharter Electro zwischen den Polen Dark und Future, ohne jeweils deren Gestus zu imitieren. Einzelne Elemente borgt man sich aber gerne aus, der Abwechslung ist somit genüge getan. Doch vielleicht die wichtigste Frage: Wie klingt Beam, den man bislang eher non-verbal kennen gelernt hat? Optisch ist er durch seine neue Frisur ja bereits etwas Schwiegermütter-tauglicher geworden, stimmlich verbreitet er auch keine übermäßigen Schrecken. Meist pflegt er eine Art stoisch-tiefen Sprechgesangs, leicht verfremdet und sehr songdienlich, ohne irgendwie aufgesetzt zu wirken. Ob er wirklich „singen“ kann, bleibt offen, ist aber für dieses Genre-Release auch irrelevant. Seine unbestreitbaren Frontkasper-Qualitäten und die physische Präsenz können DAVANTAGEs Live Shows nicht schaden, ganz im Gegenteil.

Zu den Tracks: Als besondere Highlights entpuppen sich schon relativ schnell die Stücke 2, 3 und 8. Die beiden Erstgenannten sind flotte Tanzflächenfeger, die mit gutgesetzten Breaks („Crazy Grey Warning“) bzw. unnachahmlich treibenden Beats überzeugen („Unbelehrbar“) – Bekommt man nicht mehr so schnell aus dem Kopf die Teile. „Hiding in Darkwoods“ hingegen kann durch den doppelstimmigen Gesang überzeugen, hier greift man auf Gast Vocals einer Dame namens Melanie Güntzschel zurück. Die eher im Midtempo Bereich agierenden Kompositionen wie der Opener oder „Flash of Despair“ machen sich das Stilmittel der positiven Monotonie zu eigen, wenn man sich darauf einlassen kann. Oberflächlich könnte man das Ganze schnell als langatmig abtun, zumal eben die Vocals fast immer auf einer Tonhöhe liegen. Aber der Electro Teufel liegt bekanntlich im Detail, also einfach mal wirken lassen.

Nach knapp einer Stunde Hauptgang gibt es dann ein immer noch 33 minütiges Dessert zu verzehren. 4 neue Titel und 3 Mixe, 2 davon von den Labelkollegen WYNARDTAGE angefertigt. Die Stimme wirkt hier glatter/ wärmer und wesentlich stärker nachbearbeitet, insofern ist hier eine Weiterentwicklung zu vermelden. Neben den potentiellen Clubhits „Icy Slave“ und „Conference/ Rejoice“ findet man mit „Great Yesterday“ auch ein sphärisches Lied mit Gothic Touch bedingt durch die weibliche Stimmführung. Allerdings möchte ich der Protagonistin (auch Melanie?) ohne jede Häme sowohl Englisch- wie auch Gesangsunterricht empfehlen, denn die Aussprache ist grausam und die Töne wirken auch nicht hundertprozentig sauber bei diesen anspruchsvolleren Melodielinien.

Das ist aber eine völlig unbedeutende Randnotiz dieser insgesamt ausgezeichneten VÖ, welche DAVANTAGE erneut in Uefa-Cup-Form präsentiert. Auch im neuen Line Up werden die Ostdeutschen weiterhin ein wichtiges Wörtchen mitzureden haben in der mittelharten E-Clubszene!

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Davantage 'Split and Shatter' Tracklist
1. In Every Corner Of The World
2. Crazy Grey Warning
3. Unbelehrbar
4. Flash Of Despair
5. Split And Shatter
6. Last Kick Off
7. All Senses
8. Hiding In Darkwoods
9. And Occident Is History
10. Rupalheads Button MP3 bestellen
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