Terrorverlag > Blog > DEAD HEART BLEEDING > Angels Grief

Band Filter

DEAD HEART BLEEDING - Angels Grief

VN:F [1.9.22_1171]
Dead-Heart-Bleeding.jpg
Artist DEAD HEART BLEEDING
Title Angels Grief
Homepage DEAD HEART BLEEDING
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
0.0/10 (0 Bewertungen)

Manchmal hat man gern die Wahl: Aus einer der beiden spärlich bekleideten Blondinen, die sich einem freizügig darbieten. Zwischen einem Porsche oder einem Jaguar. Einem kühlen Hefeweizen oder einem erfrischenden Alster. Manchmal hingegen hat man nicht gerne die Wahl: Für eine der aktuellen politischen Parteien. Zwischen Angela Merkel und Hella von Sinnen. Oder aus den Stücken des Album-Demos von DEAD HEART BLEEDING.

Die sind zwar durchaus nicht durch die Bank miserabel geraten, dabei aber von derart unterschiedlicher Qualität und ausufernder Stilvielfalt, dass es gelinde gesagt schwer fällt sich zurechtzufinden. Es mag legitim sein, sich von unterschiedlichen Seiten zu präsentieren und die vielfältigen Aspekte der eigenen Psyche zu demonstrieren, doch wenn am Ende die Frage bleibt, wer genau diese Band eigentlich ist, muss irgendwo etwas schief gelaufen sein. Ist es eine Gothictruppe, die unter ausgiebigem Einsatz von Pianotupfern Lieder über Trauer und den Anbruch einer neuen, dunklen Ära singt? Dann sollte man sie lieber links liegen lassen, denn die beiden Einstiegtracks „The Darkening“ und „Sadness“ strapazieren die Nerven selbst des geduldigsten Hörers mit teilweise grausam missratenen Keyboardsounds und einer dumpfen Produktion. Ist es eine romantisch angehauchte Melodic-Death Kapelle wie bei „Into the Nameless“? Dann wiederum lachte ihr die Zukunft ins Gesicht, diese mitreißende, berauschende und flüssige Komposition braucht sich hinter denen der einschlägigen Namen nicht zu verstecken. Auch als reinrassige Doom-Kapelle gibt die Truppe mit dem verschleppt mäandernden „Emotions“ eine gute Figur ab und hier passt der Rumpelkammersound wie die Faust aufs Auge. In dem fast zehnminütigem „Dreaming your Grief“ finden sich alle genannten Zutaten in einem einzigen symptomatischen Titel wieder, der unter der Last der aufeinandergeschichteten Elemente stets zusammenzubrechen oder zu platzen scheint. Dass sich beeindruckende, starke und betrübend schwache Stellen mit mathematischer Präzision abwechseln, scheint zu implizieren, dass sich dahinter ein Prinzip verbirgt – bloß welches?

Ein Großteil des Problems geht sicherlich auf das Konto beschränkter Ressourcen, denn wer über eine Spanne von zwei, drei Jahren in mannigfaltigen Proberäumen aufnehmen muss, kann wohl kaum ein homogenes Produkt vorlegen. Andererseits machen gerade die überzeugenden Momente neugierig darauf, endlich zu erfahren, wohin die Reise gehen soll. Es ist Zeit, sich zu entscheiden.

Es ist noch kein Kommentar vorhanden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar.

Alle markierten Felder (*) müssen ausgefüllt werden.

Mehr zu DEAD HEART BLEEDING