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DEATH IN ROME - Hitparade

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Death-In-Rome-Hitparade
Artist DEATH IN ROME
Title Hitparade
Homepage DEATH IN ROME
Label HAURUCK!/ SPQR
Veröffentlichung 30.08.2016
Leserbewertung
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8.5/10 (2 Bewertungen)

Der gemeine Neofolker wird ja im Allgemeinen nicht gerade mit solchen Tugenden wie Selbstironie charakterisiert. Insofern ist die bloße Existenz einer Band wie DEATH IN ROME bereits ein befreien-der Widerspruch in sich selbst. Die 2013 erstmals auf der Bildfläche erschienene Combo, deren Na-men sich NICHT von 2 bekannten Szene“vorbildern“ ableitet (Nachtigall ick hör dir trapsen) verpasst zeitgenössischen Pop“klassikern“ ein genretypisches Gewand und sorgt damit in der Szene durch-aus für Aufsehen. Muss man sich doch einerseits eingestehen, dass man solch offensichtlichen Schund wie HADDAWAYs „What is love“ in und ausgiebig kennt, andererseits das Ganze in einem neofölkischen (mit „F“!) Kontext überraschend gut funktioniert. Dies vor allem natürlich erstmal darin begründet, dass die musikalische Umsetzung außerordentlich gut gelungen ist. Hier sind Profis am Werke, die bis dato noch im anonymen Namensraum verharren und die Mechanismen des Genres bestens kennen, vermutlich dort auch keine Unbekannten sind. Live tritt man einigermaßen maskiert auf (beispielsweise auf dem WGT), was natürlich weiterhin zur Legendenbildung beiträgt. Mit dem entsprechenden Artwork und dem perfekten Label im Gepäck sind dem (wohl) deutschen Dreier kei-ne (qualitativen) Grenzen gesetzt, zumal es an entsprechenden Vorlagen niemals mangeln wird.

Ob diese „Hitparade“ wohl dem deutschen Urgestein Dieter Thomas Heck gefallen hätte? Vermutlich wäre ihm die Titelauswahl zu undeutsch ausgefallen, gut, dass es zu seiner Zeit noch keine „identitä-re Bewegung“ gab. Mit dem im Original gar furchterbaren „Pump up the Jam“ geht die düstere Reise los, hier mit einem schönen Militaria-Rhythmus ausgestattet, darf der Uniformfreund ohne Reue mit den Zehen wippen. Akustikgitarren, Flächen, passende Samples, Gefühl und Pathos – 11-mal perfekt eingesetzt und an die eingängigen ROME-Sachen (sic!) erinnernd. Ein wunderbares Kreuzüber, das auch „Normalos“ gefällt, wie ich bereits antesten konnte. Besonders gelungen das gefühlige „Carel-ess Whisper“ (RIP Michael), RIHANNAs „Diamonds“ mit einem wunderschön getragenen Refrain und überraschenderweise das eingangs erwähnte „What is love“, das mich im Original immer wieder zu Wutausbrüchen treibt. Immer wieder stellt man fest, dass gewisse Textstellen im Neofolk-Kontext ambivalent werden, wenn bei PAT BENATAR das „Battlefield“ beschworen wird oder AQUAs „Barbie Girl“ an einen – freundlich ausgedrückt – sehr fragwürdigen historischen Charakter erinnert. Das Ganze in einem entsprechenden YouTube-Video verarbeitet. Schwarzer Humor ist, wenn man trotz-dem lacht. Lediglich gegen Ende fallen „Summertime Sadness“ und „Chandelier“ ein wenig ab, mag aber daran liegen, dass ich die Originale schon kaum noch wahrgenommen habe. Nach einer mehr-minütigen Pause folgt dann zum Abschluss noch ein programmatisch betitelter Song von GIANNA NANNINI.

Was soll ich sagen? Ein herrlicher Tonträger, Crossover der besten Sorte im Spannungsfeld von Trash und Kunst und ganz einfach herausragende Musik zum Schwelgen mit dem gewissen Fremd-schämcharakter. Wie man der Homepage entnehmen kann, arbeitet man bereits an neuen Cover-Versionen von so unterschiedlichen Originalen wie PINK FLOYD oder BRITNEY SPEARS. Wegen meiner darf diese Hitparade noch einige Jahre laufen…

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