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DER FALL BÖSE - Phönix Baby!

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Artist DER FALL BÖSE
Title Phönix Baby!
Homepage DER FALL BÖSE
Label OFF YA TREE RECORDS
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Ratsächlich gibt es die Hamburger Kapelle DER FALL BÖSE bereits seit 20 Jahren. Der Name geht auf den gleichnamigen Film zurück, für den die Band nicht nur den Soundtrack schrieb, sondern auch alle Rollen spielte. Low Budget eben und laut Promo-Zettel eines der schlimmsten Machwerke der deutschen Filmgeschichte. Das hielt Burns (Worte), Lesley Farfisa (Worte, Tasten & Gitarre), Faust (Drums), R.B. (Gitarre), Svendrix (Bass & Gitarre), Joe Haynes (Saxofon & Synths) und Jorge Don Aldo (Saxofon & Harfe) jedoch nicht davon ab, seitdem 650 Shows in zehn Ländern und drei Kontinenten zu spielen. Sieben Studio-Alben hat die Crossover-Combo in dieser Zeit in die Plattenläden gebracht, den letzten Silberling „Phönix, Baby!“ erst am gestrigen Freitag.

Irgendwie sind mir die Herrschaften mit dem analogen Bandsound mit elektronischen Big-Beat-Einflüssen in zwei Jahrzehnten nie untergekommen, was sehr schade ist, wenn ihre Live-Performance und die bisherigen Platten die gleiche Qualität wie die elf Songs des jüngsten Babys haben. Gleich mit ihrem temperamentvollen Opener „Alles ok“ wissen die gar nicht steifen Hanseaten nämlich zu fesseln. Treibende Gitarren treffen auf sattes Gebläse und flirrende Tasten, was beim nachfolgenden, prägnanten „C’est La Vie“ noch um einem Kinderchor komplettiert wird. Die Single „Nie wieder schlafen“ frisst sich unermüdlich ins Hirn, während bei „Öffnet die Tore“ der Bass grummelt und die Bläsersektion für den nötigen Drive sorgt. Den Rest erledigt der raue Gesang, der im Anschluss beim rhythmusbetonten „Fieber“ in den Rap-Modus verfällt. Derweil präsentiert „Mathilda“ die funkige Seite der Truppe, ehe der „Clown Explosivo“ zu groovenden Bassläufen über das Leben philosophiert. Sehr tanzbar kommt auch „Welt gegenüber“ daher, bevor „Einundzwanzig“ zum schwurbeligen Overkill anhebt und dank „Hundsgemein“ ein Cover auf dem Programm steht. Die Nummer ist im Original natürlich von IDEAL und hat in der Bearbeitung durch die St-Pauli-Jungs neuen Biss und Groove erhalten. Bleibt noch „Im November“, mit dem sich DER FALL BÖSE beschwingt verabschieden.

Das Septett musikalisch festzulegen, ist nicht ganz einfach. Die Haupt-Zutat ist sicherlich knackiger Rock, der jedoch eine gute Portion HipHop mitbekommen hat und auch am Jazz, Soul und Funk haben DER FALL BÖSE für „Phönix Baby!“ genascht. In Gänze macht das sehr abwechslungsreiche und kurzweilige 40 Minuten Konservenkost, die es im November und Dezember auch live zu bestaunen gibt.

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