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DESULTORY - Counting Our Scars

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Artist DESULTORY
Title Counting Our Scars
Homepage DESULTORY
Label PULVERISED RECORDS
Veröffentlichung 28.01.2011
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Die Schweden DESULTORY stehen seit ihrem Debüt „Into Eternity“ für hochklassigen Schwedentod. Dieser entwickelte sich mehr und mehr zum melodischen Göteborg Sound, am ehesten waren sie in den 90ern vielleicht mit DARK TRANQUILLITY ohne Keyboards zu vergleichen. Anfang 1997 dann aber der Bruch: die Band wandte sich vom Todesblei ab, benannte sich in ZEBULON um und zockte fortan stonigen Rock. Dabei fiel man jedoch nie so positiv auf wie zu den glorreichen alten Zeiten, als man immerhin mit ENTOMBED, UNLEASHED sowie DISMEMBER in einem Atemzug genannt wurde. So überrascht es nicht wirklich, dass die Burschen, die inzwischen gestandene Rocker geworden sind, seit 2009 wieder unter der prominenteren Flagge segeln und die mitgealterten Schwedentodnostalgiker mit ihrer Lieblingsmusik umgarnen.

„Counting our Scars“ heißt nun das erste abendfüllende Lebenszeichen der reanimierten Combo. Mit dem fetzigen „In a Cage“ gelingt ein Einstieg nach Maß: umgehend werden die üblichen Verdächtigen gesammelt. Ein wütender Riff–Trommelwirbel trifft auf ein melancholisches Gitarrenlead, das nur aus ganz wenigen Tönen besteht. Dies wird einige Male wiederholt, dann setzt gnadenloses Geschrote ein, bis im Chorusteil erneut die Gitarre hochmelodisch und mit wenigen Tönen arbeitet. Recht so, das müsste im Liveset ein toller Opener werden, zudem mit knapp sechs Minuten auch von der Masse her ein echtes Pfund. Noch knackiger geht es mit dem Titeltrack weiter: ruppiger, schneller Strophenteil (für mich sogar der beste Strophenteil des Albums), im Chorus dann schnelles Schlagzeug und ein Gitarrenlead mit wenigen Tönen, dazu ein Chorus zum Mitgrölen. Klingt genauso wie der Opener glaubt Ihr? Tja, so schnell entdeckt man die Fliege im Honig. Auch bei „Ready to Bleed“ gibt es Geschrote (hier allerdings im mittleren Tempobereich) zur Strophe, bis dann ein Gitarrenlead mit wenigen Tönen den Refrain einläutet. Ebenso „This Broken Halo“. Erst “This Moment is Gone” durchbricht den Rhythmus, gerät aber dummerweise zur kreuzlangweiligen Death Metal Ballade. Dumm gelaufen. Glücklicherweise kriegen die Schweden dann aber doch die Kurve und hauen im zweiten Teil des neun Songs kurzen Albums noch einige heftige Mörtel raus. Vor allem wissen „Uneven Numbers“ mit tighten SLAYER Riffs sowie die abschließende Abrissbirne „A Crippling Heritage“ zu gefallen.

Es ergibt sich ein insgesamt gemischtes Bild: man kann der Band den Vorwurf nicht ersparen, dass dies nicht kompositorische Weltklasse ist. Zu viel haben die Schweden nach Formel und auf Sicherheit geschrieben. Wieder und wieder hat man das Gefühl, das alles schon gehört zu haben. Vielleicht noch schlimmer: auch nach vielfachem Hören bleiben nur die Eingangsstücke länger im Ohr hängen. Der Rest rauscht aufmerksamkeitstötend am willigen Gehör vorbei. Auf der anderen Seite ist dies aber auch ein hundertprozentig solides Todesbleihäppchen, an dessen technischer Ausgestaltung es eigentlich nix zu motzen gibt. Szenelunatics müssen das Teil ohne wenn und aber anchecken. Vielleicht ist mit dieser stilistischen Treue für die Band ja auch bereits die Mission erfüllt. Ob das reicht, müsst Ihr nun selbst entscheiden.

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