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DEVILDRIVER - Beast (CD/ DVD)

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Artist DEVILDRIVER
Title Beast (CD/ DVD)
Homepage DEVILDRIVER
Label ROADRUNNER
Veröffentlichung 18.02.2011
Leserbewertung
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8.0/10 (67 Bewertungen)

Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber wenn man die bisher veröffentlichten Alben von DEVILDRIVER seziert, muss man tatsächlich feststellen, dass es die Jungs aus Santa Barbara fertig gebracht haben, in Sachen Härte und Technik stetig noch eins drauf zu setzen. Wann immer man dachte, dass der Fünfer nun seine Grenze erreicht hätte, riss die folgende Veröffentlichung die Mauer der Vorstellungskraft ein und bewies, dass es noch extremer geht – und dennoch eindeutig „DEVILDRIVER“ ist. Kaum einer Band merkt man den Willen, an sich zu arbeiten, so sehr an, kaum eine Band beweist eine derartig hohe Ausdauer, gerade auch was das Touren angeht. Und dennoch veröffentlicht man schon fast uhrwerkartig im Zweijahrestakt neue Silberlinge, um sich selbst und der Welt zu beweisen: „Das was ihr bisher gehört und gesehen habt, war noch längst nicht alles!“ Die jüngste Kreation aus der Schmiede der Teufelsaustreiber taufte man schlicht und einfach „Beast“. Warum dieser Name so nahe liegt, wird schnell mehr als deutlich.

Ist der Opener „Dead to rights“ durch seine „relative Eingängigkeit“ gepaart mit hohem Tempo im Grunde fast noch recht typisch für die letzten Veröffentlichungen wie „Pray For Villains“ oder auch „The Last Kind Words“, kündigt das im Anschluss startende „Bring the fight (to the floor)“ langsam aber sicher das nächste DEVILDRIVER-Level an. Hier hüpft keine oberflächliche Hookline umher, hier wird sie in ein dunkles Death Metal-Verlies gesperrt und einfach niedergeknüppelt. Technisch sehr versiert rifft und trommelt man hier ein schauriges Stück zusammen, das einen regelrecht aufwühlt. Das folgende „Hardened“ sorgt dann für alles andere als Erholung. Mit Blast-Attacken und dem sich in seiner Wut einmal mehr übertreffenden und stimmlich schön variierenden Dez Fafara hat das Quintett nun komplett seine Metamorphose vom Nu Metal-beeinflussten Groove-Monster zum musikalisch forderndem Death Metal-Biest hinter sich gebracht. Auch wenn ich Songs wie „I dream I died“ oder „The Mountain“ nach wie vor sehr mag, diese Entwicklung steht den ehemaligen DEATHRIDE gut zu Gesicht. Das soll allerdings nicht heißen, dass man das Grooven verlernt und alle Melodien vergessen hätte. „You make me sick“ ist herrlich straight und energisch, geht direkt ins Blut und motzt fast so los, wie es CHIMAIRA auf ihren älteren Sachen noch praktiziert haben. Vor allem zeigt es aber auch stellvertretend für die übrigen elf Kompositionen, dass sich der gute Dez nun wieder darauf besinnt, keine Geschichten mehr zu texten, sondern sein Inneres nach außen zu kehren (was man bei der stimmlichen Leistung auch bildlich fast vor Augen hat – im positiven Sinn natürlich). Viel direkter sind die Botschaften und werden einem dank seines urgewaltigen Organs auch direkt durch die Schädeldecke ins Hirn gefeuert. Hatte ich beim Vorgänger noch den Eindruck, dass man seine Ausnahme-Stimme etwas aus dem zentralen Fokus des Liedgutes genommen hat, ist dies auch hier wieder der Fall – allerdings lehnt sich Mr. Fafara selbst großartig dagegen auf, in dem er sie wieder vermehrt varriert und facettenreicher gestaltet. Eine sehr gute Mischung, die man nun gefunden hat und bei der man merkt, dass die zitierte Vernetzung innerhalb der Band immer mehr Früchte trägt. „Blur“ ist ebenfalls ein Song, der durch seine teilweise ziemlich rockige Gestaltung recht zugänglich ist. Die Freude der Jungs an Tempi- und Rhythmuswechseln ist hier sehr präsent – und ist das am Ende des Stücks etwa wirklich sowas wie ein Breakdown? Das MUDVAYNE-mäßig startende „The Blame Game“ bestätigt wie auch das cool rumpelnde „Talons Out (Teeth Sharpened)“, dass man trotz der todesmetallischen Evolution keine Scheuklappen trägt und frei von der Leber weg musiziert. „Shitlist“ ist ein lupenreines Beispiel dafür, dass alle auf diesem Album gezeigten Ebenen auf einen zentralen Kern zurückzuführen sind – und der heißt DEVILDRIVER. Dieser hat mit „Black Soul Choir“ sogar noch ein weiteres Ass im Ärmel. Dieses Meisterwerk präsentiet sich in einem absolut genialen Blackmetal/ Deathmetal-Bastard, der von toller Melodie und Dez’ schaurig-schön gepressten Vocals zu einem absolut Albumhighlight gepusht wird.

Auf der „Special Edition“-Version von „Beast“ sind mit „Lost“ und dem coolen Titel „Fortune favors the brave“ noch zwei weitere ganz ordentliche Nummern sowie eine Live-Version des “The Fury Of Our Maker’s Hand”-Stücks „Grinf’**k“ als Bonus vertreten. Richtig lohnenswert ist jedoch vor allem die ebenfalls beiliegende Bonus DVD mit vielen Musikvideos und dem hervorragend aufgemachten Band-Doku-Film“You may know us from the stage“. Hierbei handelt es sich um unzählige chronologische Stationen, angefangen bei Mitschnitten von Live-Aufnahmen, über Interviews bis hin zu schonungslosem Backstage-Material, das zeigt, dass es auch mal lautstarke Auseinandersetzungen innerhalb einer Band gibt, bei denen die Fetzen fliegen können (…oder Scherben…).

Mit „Beast“ beweisen DEVILDRIVER also einmal mehr, welches scheinbar unerschöpfliche Potential in der Band steckt. Es macht regelrecht Spaß, ihnen akustisch bei ihrer Weiterentwicklung zu folgen, was fast ganz nebenbei erneut ein starkes Album mit sich bringt. „Beast“ ist scheinbar gewollt eine Scheibe, die nicht gleich durchschaubar und griffig ist, woran auch Produzent Mark Lewis (u.a. ALL THAT REMAINS, TRIVIUM) mit seiner insgesamt ordentlichen Leistung seinen Beitrag hat. Dies hat auf der einen Seite den Nachteil, dass eindeutige Hits nicht direkt beim ersten hören auszumachen sind und das Album erstmal wie ein gewaltiger Güterzug an einem vorbeischießt. Auf der anderen Seite macht es die Scheibe wesentlich langlebiger und interessanter, da sie spürbar mehr einfordert als ihre Vorgänger. Die Saitenfraktion um Spreitzer, Kendrick und Miller sowie John Boecklin am Schlagzeug ist mittlerweile auf ganz, ganz hohem Niveau angekommen, sei es bei den tollen Soli und Leadpassagen, den feinen Melodie-Bögen, die nicht selten für eine dichte Atmosphäre sorgen oder den donnernden Blast- und Doublebass-Schlachten, die das Tempo enorm hoch halten. Das Frontmann Dez dann erneut so auftrumpft wie hier, spricht für ein wahrlich gutes Werk, was in Kombination mit der Bonus-DVD einen absoluten Pflichtkauf für alle Fans bedeutet. In unserem Interview im Sommer 2009 sprach Dez von einer drei oder vier DVD starken Chronologie – wenn diese DVD ein erster Vorbote ist, dann kann ich bereits heute schon nicht mehr vor Vorfreude schlafen. Doch wer kann schon schlafen, mit einem „Beast“ in der Anlage…

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Devil Driver 'Beast (CD/ DVD)' Tracklist
1. Dead To Rights Button MP3 bestellen
2. Bring The Fight (To The Floor) Button MP3 bestellen
3. Hardened Button MP3 bestellen
4. Shitlist Button MP3 bestellen
5. Talons Out (Teeth Sharpened) Button MP3 bestellen
6. You Make Me Sick Button MP3 bestellen
7. Coldblooded Button MP3 bestellen
8. Blur Button MP3 bestellen
9. The Blame Game Button MP3 bestellen
10. Black Soul Choir Button MP3 bestellen
11. Crowns Of Creation Button MP3 bestellen
12. Lend Myself To The Night Button MP3 bestellen
13. Lost Button MP3 bestellen
14. Fortune Favors The Brave Button MP3 bestellen
15. Grinfucked (Live) Button MP3 bestellen
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