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DIE FUSSBROICHS - 1991-1993/ Folge 1-22 (DVD)

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Artist DIE FUSSBROICHS
Title 1991-1993/ Folge 1-22 (DVD)
Homepage DIE FUSSBROICHS
Label FEEZ ENTERTAINMENT
Veröffentlichung 30.05.2005
Leserbewertung
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Sie sind zurück! Fred, Annemie und Frank Fussbroich – die Kölner Arbeiterfamilie mit eigener TV-Serie – haben jetzt auch eine eigene Fünfer-DVD-Box. Nachdem 1979 ein Dokumentarfilm über den bundesdeutschen Spielzeugüberfluss anhand von Einzelkind Franks Kinderzimmer gedreht worden war, hat Ute Diehl die Fussbroichs von 1990 bis 2000 insgesamt 99 Folgen lang abermals bei großen und kleinen Anlässen im Alltag begleitet. Die ersten Jahre sind nunmehr auf DVD gebannt und bescheren uns mehr als elf Stunden Wiedersehen mit den kölschen Helden, die über die Grenzen der Domstadt hinaus Kultstatus erreicht haben.

Los geht’s mit Freds neuer Dauerwelle (sehr chic!) und seinem 50. Geburtstag, der ihm Tränen der Rührung in die Augen treibt. Nicht zu vergessen natürlich Frank, Freizeit-Bodybuilder, und seine Freundin „Dat Pia“ – ihres Zeichens Friseuse, die sich 1991 verlobt haben. Wie wir heute wissen, sollte die Beziehung allerdings nicht halten… Aber auch so profane Dinge wie das Tapezieren des Wohnzimmers sind es wert, der Nachwelt erhalten zu bleiben. Gleiches gilt selbstverständlich für den Mercedes, den Fred im Ballonseide-Trainingsanzug präsentiert und den sich jetzt auch der „Arbeitsmann“ leisten kann. Wenn ich Frank und Pia im Fitness-Studio sehe, weiß ich auch wieder, warum mir diese Läden suspekt sind. Aber auch Schicksalsschläge wie die Beerdigung von Freds Mutter und später Annemies Oma hat Ute Diehl begleitet. Dabei ist die Kamera nie voyeuristisch, sondern einfach stiller Begleiter im Hintergrund.

Die zweite DVD befasst sich ausgiebig mit dem Thema „Urlaub“. In der Türkei hat Fred schön gekauft, aber eigentlich war’s langweilig. Und wo zur Silberhochzeit hinfahren? Dat Annemie will nach Spanien und de Fred nach Griechenland. Weil dort das Bier billiger ist, geht’s letztendlich nach Rhodos. Und dann waren Fred und Annemie ja auch noch mit dem Bus in Paris, aber da waren zu viele Ausländer. Außerdem bekommt Betriebsschlosser Frank ein neues Cabrio und Pia sein altes. So ein Auto muss natürlich auch gepflegt werden, einmal in der Woche ist Pflicht, der Rest der Zeit geht beim Bodybuilding drauf. Besonderes Highlight: Der Wettbewerb um den Bergisches-Land-Pokal. Grusel! Und dann der Schock: Frank und Pia wollen nicht heiraten! Tiefe Bestürzung und Betroffenheit.

Dafür können Kabelwerk-Vorarbeiter Fred und Büroangestellte Annemie auf der dritten DVD ganz romantisch ihre Silberhochzeit auf Rhodos feiern. Da wird es doch auch mal Zeit, die Kennenlern-Geschichte zu erzählen und Annemie nutzt jede Gelegenheit, ihre neuen Englischkenntnisse anzuwenden. Große Ereignisse am Heiligabend 1992! Nach 25 Jahren Plastiktanne kämpft Fred erstmalig mit dem Aufbau eines „echten“ Weihnachtsbaums. Auch ein Besuch im Kabelwerk steht auf dem Programm. Hier knechten Frank und Papa Fred im Schichtbetrieb und zur Spätschicht ist 1993 auch mal das Fernsehen mit dabei. Angetan mit blauer Latzhose, Muskelshirt und massiver Goldkette erklärt Schichtführer Fred alles, was man über Kabel und Menschenführung wissen muss.

DVD 4 und Sommer auf dem Fussbroichschen Balkon. Annemie serviert Kaffee, Fred schaut Fußball, die Welt scheint in Ordnung, aber da steht ja noch der Stress mit der neuen supermodernen Einbauküche bevor. Und dann muss auch noch die Frage geklärt werden, ob man nun nackt oder „angezogen“ in die Sauna gehen sollte. Egal – wichtig ist, der Fernseher läuft! Also nicht in der Sauna, aber zuhause. Dann muss Fred zur Nachtschicht und Annemie zieht zuhause ihr allabendliches Beauty-Programm durch. Während Fred auf Schicht den Express liest und seine Meinung zu den Krawallen in Rostock sagt, kommentiert seine Frau das Fernsehprogramm zum gleichen Thema. Tatsächlich beherrscht aber ein ganz anderes Thema 1993 die Familie Fussbroich: Frank muss seinen Urlaub abbrechen und sich einer Notoperation unterziehen, weil er ein dickes Furunkel am Hintern hat. Einzelheiten wissen Mama, Papa und Oma, während Pascha Frank sich rund um die Uhr von Pia versorgen lässt. Schließlich ist so ein Furunkel akut lebensbedrohlich!

Auch die fünfte DVD beschäftigt sich mit dem bösen Furunkel, daneben berichten Fred und Annemie vom Tunesien-Urlaub und schon werden neue Ferienpläne geschmiedet. Frank ist endlich aus dem Krankenhaus zurück und hilft beim Tapezieren der elterlichen Wohnzimmerdecke (er hält die Leiter). Außerdem gibt es mal wieder ein neues Auto für ihn (ich habe es aufgegeben, mitzuzählen, ich glaube, es ist Nr. 8) und dat Pia bekommt eine neue Küche in „ovverschien“. Vorher muss die Küche noch tapeziert werden, was Frank, Pia und Bodybuilding-Kumpel Sven äußerst unprofessionell erledigen. Zu guter Letzt dürfen wir noch Zeuge werden, wie Fred mir vollem Körpereinsatz einen neuen Teppich im Wohnzimmer verlegt und Frank zum Erstaunen seines Vaters den Fliesenspiegel in der Küche erneuert. Gemeinsam räumen Annemie und Fred die Möbel und die Deko wieder an ihre festen Plätze. Auch die Woolworth-Kerze (gesprochen: Wollwott), die schon seit 20 Jahren das Wohnzimmer der Fussbroichs ziert.

Familie Fussbroich ist einfach Hardcore. Entweder man mag sie oder man hasst sie. In meiner eigenen Verwandtschaft wollte ich solche Leute nicht unbedingt haben, aber aus der Ferne betrachtet, bereiten sie mir uneingeschränkte Freude. Ohne Zweifel handelt es sich bei „Die Fussbroichs“ um die einzig wahre Familienserie – alles andere ist halber Kram. Mir wird sich zwar nie erschließen, warum permanent, selbst beim Tapezieren, der Fernseher (unter Folie vor Spritzern geschützt) laufen muss, aber so sind die Fussbroichs immer auf dem Laufenden. Genauso wie bei den Themen Mode, Styling und Deko. Keine Verirrung, die diese Familie nicht mitmacht. Dazu dann noch die kölschen Weisheiten zu jeder Lebenslage, egal ob große Politik oder private Probleme und alles ist geritzt. Nicht ohne Grund haben die Fussbroichs in Köln Promi-Status, wer die bodenständigen Frohnaturen noch nicht kennt, sollte schnellstens ihre Bekanntschaft machen. Vielleicht nicht gerade mit einem elfstündigen Gesamt-DVD-Overkill, aber gern in bekömmlichen täglichen Dosen von 30 Minuten, was jeweils einer Fernsehfolge entspricht. Dann stört auch der permanente Vorspann (der immerhin zwischendurch einmal verändert wurde) vor jeder Folge nicht so. Ach ja, für die Serie hat es für Autorin, Produzentin und Regisseurin Ute Diehl übrigens 1992 den Grimme-Preis gegeben.

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