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DIE RAKETEN - Ahoi

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Artist DIE RAKETEN
Title Ahoi
Homepage DIE RAKETEN
Label LOW SPIRIT
Veröffentlichung 25.10.2004
Leserbewertung
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7.0/10 (1 Bewertungen)

Sollten die RAKETEN jemals gemeinsam mit den STERNEN auf der Bühne stehen, wünschen wir uns schon jetzt ein Cover von „Venus in Furs“ oder alternativ natürlich den aufbauenden Tearjerker „Drops of Jupiter“ (die Neueinspielung von GOLDIEs „Saturnz Return“ erscheint derzeit eher unangebracht). Dazu kommen wird es allerdings wohl kaum, denn während Frank Spilkers inzwischen ein wenig im Winterschlaf versunkene Combo den auf sanftem Groove gebetteten Indierock pflegt, veröffentlichen diese berliner Buben auf einem renommierten Technolabel, verkuppeln poppige Beats mit buntem Punk. Dabei sieht sich die Truppe nicht einmal als Band.

Comedy soll das nach eigenen Angaben sein und das ist vielleicht schon der erste Fehler. Denn obwohl im Gegensatz zu den meisten hauptstädtischen Bemühungen hier zwar gelacht werden darf, mag man die Mundwinkel nicht so recht nach oben bewegen. Was allein schon daran liegt, dass keiner der angeblich umwerfenden und in allen Szeneclubs zu Erhitzung und Ekstase führenden Insiderhits, die auf der Scheibe vertreten sind, so richtig zünden will. „I like Plastique“: Ein langwieriger, lauwarmer Wackelpudding. „So fuckin yeah“: Eine desinteressierte STOOGES-Bouillon mit lahmarschig gebröckeltem Schlagzeug. „The Sound für Zwischendurch“: Ein kalorienarmer Hundekeks. Greifbarer da schon „Tokyo, Tokyio“, eine schillernde Endlosschleife, die sich sanft schnaufend in einem schwarzen Loch entspiralisiert. Nur: Derart kindliche Naivität fordert entweder höchste Konzentration oder völlige Aufgabe der Kontrolle, hier gibt es eher nichts von beidem – dabei könnten DIE RAKETEN, wenn sie denn wollten, wahrscheinlich locker das „Pet Sounds“ des elektronischen Zeitalters aus dem Ärmel schütteln. „Ruf an“ hat diesen schusselig-süßen Text aus dem Jugendheim, die Kinderorgel aus den 60ern, das Schlagzeug aus der Tanzschule und hört sich ganz so an, als seien die HIGH LLAMAS endlich aus ihrem seligen Sedativismus erwacht. Unter der fröhlichen Oberfläche von „Luniac“ verbergen sich finstere Ströme. Und „Mach mit“, sowie das Titelstück sind gutgelaunte, doch keineswegs einfältige Discoklatscher.

Weil sich diese im letzten Drittel verbergen und vor allem weil das Schlusslicht „In Memory“ ein wunderbares, tief schlafendes, atmosphärischer Ausatmen geworden ist, vergibt man ihnen den Klamauk und die Kalauer des Anfangs beinahe. Die typischen, trocken aufgenommen, leiernden Vocals und das mehr als durchwachsene Songwriting allerdings nicht. Der wenigen großen Momente wegen werden wir DIE RAKETEN im Auge behalten. Die Sonne, der Mond und sogar DIE STERNE sind im Moment allerdings noch viel zu weit.

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DIE RAKETEN 'Ahoi' Tracklist
1. Intro Button MP3 bestellen
2. The Sound für Zwischendurch
3. I Like Plastique
4. Aki Habarra
5. For You
6. Ruf an Button MP3 bestellen
7. Luniac
8. Airport Button MP3 bestellen
9. Tokyo, Tokyo
10. Joggen
11. Mach mit
12. So Fucking Yeah
13. K.O.
14. Ich will Outro
15. Ahoi
16. In Memory
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