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DIESELOKKULT - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
DieselOkkult-DieselOkkult
Artist DIESELOKKULT
Title s/t
Homepage DIESELOKKULT
Label EIGENPRODUKTION
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
9.5/10 (2 Bewertungen)

Die meisten von Euch werden es (hoffentlich!) kennen: Man zuckelt abends nichtsahnend zum Konzert, dort angekommen gibt’s das erste (oder zweite) Bier und man quatscht ein bisschen. Bald darauf geht’s gemütlich zur Bühne, um mal zu hören, was der Support so zu bieten hat und dann passiert’s: Vorbei ist’s mit der Gemütlichkeit, es haut einen um – mit dem Vorschlaghammer! Im Gesicht mischt sich der Ausdruck von Ungläubigkeit mit einem fetten Grinsen, Gedanken und Kopfkino sind passé, es gibt nur noch Musik. So erging es mir zuletzt am 18. Januar 2016 mit der Dresdner Band DIESELOKKULT im kuschligen Scherer8 in Berlin, was dann auch dazu führte, dass sofort im Anschluss das noch sehr frische Album mit gleichem Namen gekauft werden musste.

Wer’s schön dreckig mag, ist hier schon mal an der richtigen Adresse, “DieselOkkult” liefert aber noch viel mehr als nur das: Es groovt an allen Ecken und Enden, die Riffs kommen breit angerollt, dazu gibt’s ‘ne düster-kräftige Stimme mit krassem Audruck, es dröhnt und dennoch geht’s dann wiederum auch feinfühlig und akzentuierter zur Sache. In anderen Worten gesagt haben wir es hier mit einer unheimlich gut verarbeiteten Mischung aus Stoner-, Sludge- und Doom-Elementen zu tun, die gewürzt mit psychedelischen Passagen auch auf ‘nem Medium statt auf ‘ner Bühne das Zeug hat, den Kopf und das Innerste in andere Sphären zu pusten. Also ein Album mit einem recht breiten Spektrum an Erhörbarem und auch einer Spur Humor (Stichwort Tracklist: “Hall Of Suckhaara”, “Gartenlaubenhillbilly” – s.u.), trotz der insgesamt eher düsteren Anmutung.

Mit “Der Erste” geht das Ding erstmal richtig roh und wütend los; der Track zerrt einen förmlich mit und katapultiert weiter zum zweiten, noch dreckigeren “Elbsludge”. Im Vergleich dazu ist “Hall Of Suckhaara” geradezu als hinterlistig zu beschreiben; erst schlängelt es sich in die Ohren, um sich dann wieder auszubreiten und zu vereinnahmen, alles schraubt sich weiter nach vorne. “Der Letzte”, der gar nicht der Letzte ist, groovt und schrammelt, hier zeigt sich zunächst auch mal eine etwas andere Seite der Stimme, die funktioniert nämlich ebenso in etwas saubererem Gewand. Das passiert allerdings nicht lange, man bleibt sich ja treu. Dennoch gibt’s stilistisch mit dem folgenden “Gartenlaubenhillbilly” noch einen Abstecher in eine andere Richtung, der Titel spricht für sich. Ein wenig Punk darf halt gleichwohl beigemischt werden, funktioniert bestens, zumal auch hier wieder zur zweiten Hälfte hin Altbewährtes die Oberhand zurückgewinnt. Mit dem jetzt wirklich letzten Stück “Dies Irae” hinterlässt das Album den Hörer trotz allen Spaßes ansatzweise verstört, irritiert, in jedem Fall nachdenklich gestimmt. Anders als alle anderen versetzt der Track in eine recht bedrückende Stimmung, alles geht ein bisschen tiefer. Man achte auf Details.

Solche Nachwirkungen sind vielleicht Geschmackssache, aber ich mag das ja, muss ich sagen. Wenn’s mit DIESELOKKULT so weiter geht, haben wir jedenfalls noch Einiges zu erwarten.

1 Kommentar

  1. Uslord sagt:

    hammer review!!! danke an diesel okkult für die geile mukken die ihr macht! peace. ussi

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