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DIVINUS BAAL & RUNA - Das Sein des Seins

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Artist DIVINUS BAAL & RUNA
Title Das Sein des Seins
Homepage DIVINUS BAAL & RUNA
Label OLD EUROPA CAFÉ
Veröffentlichung ..
Leserbewertung
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Da hat wohl jemand Spass beim Musizieren gehabt! DIVINUS BAAL und seine beste Freundin RUNA sind keine miesepetrigen Industrialnerds, die den ganzen Tag vorm Rechner hocken, physikalische Formelsammlungen als Bettlektüre verschlingen und stundenlang den „faszinierenden Beats und Melodien“ der Baustelle vorm Haus lauschen. Wenn die Sonne scheint, kann man sie garantiert im Freibad finden und abends hocken sie bei einem kühlen Alster mit Freunden im Biergarten – alles locker!

Nur wenn es gerade passt und es auch wirklich nichts anderes zu tun gibt, begibt man sich in das Ritterkreuzstudio und während DIVINUS seine Synthesizer einstöpselt, kocht RUNA in aller Ruhe einen leckeren Latte Machiato mit einer besonders steifen Sahnehaube, die sie liebevoll mit etwas Schokopulver bestreut. Sie stellt die schlanken, hohen Gläser auf ein Tablett, welches sie sorgfältig auf einer Hand balancierend in den Aufnahmeraum (BAALS dunkles und etwas muffiges Schlafzimmer) trägt, über dessen Eingangstür das Motto der Musiker in einem leicht schief hängenden Rahmen prangt: „Es gibt keinen alten Schwung, nur immer wieder einen neuen Anfang…“. Sie stellt den Kaffee ab und hört sich die ersten Ergebnisse ihres Partners an: Langsam schwelende und ruhig oszilierende Klangflächen, die nur gelegentlich von einem Sprachsample aus einem von DIVINUS satanischen Videos aufgelockert werden, das Gebimmel von einer antiken Wanduhr und kleine Melodien. Das Ganze bewegt sich nirgendwo so recht hin, ist auf Dauer eigentlich auch recht einfallslos, und die Samples sind teilweise doch arg grob und unbeholfen eingefügt, doch RUNA liebt es, diesem Mann beim Tastendrücken und Knöpfchendrehen zuzusehen, er sieht immer so begeistert und ernst zugleich dabei aus und das gefällt ihr. Dann greift sie zum Stift und schreibt in einer beinahe kindlichen Schrift poetischen Gedanken auf, Assoziationsketten, welche die Musik in ihr aktiviert, Zeilen wie: „Ich nahm Dich bei der Hand und spürte/ was tief in Dir Dein Leid zu mir sagte/ Sanft lächelte ich Dich an/ Nahm Dich in meinen Arm“. BAAL schlürft derweil vorsichtig an seinem Latte, das Glas mit einem Taschentuch umgreifend, um sich nicht die Finger zu verbrennen. Manchmal verflucht er es, diese Frau zum Musikmachen eingeladen zu haben, denn mit diesen Texten steht er vor allen seinen Freunden als Depp da und obwohl er so gerne mal von ihr „bei der Hand“ und in den Arm genommen würde, weiss er genau, dass das nie passieren wird. Aber es ist trotzdem so nett, gerade sonntags, wenn alles ruhig und verträumt ist. So machen sie noch eine ganze Weile weiter, lächeln sich zwischendurch an und warten, bis es dunkel wird. Dann knallt DIVINUS BAAL noch zwei „harte“ EBM-Stücke raus und danach verabschieden sich die beiden Freunde mit einem Küsschen auf die Wange. Beide schlafen gut in dieser Nacht und am nächsten Tag ist diese kurze Verliebtheit wieder verflogen – alles locker, keine Gefühle verletzt.

Dabei hätte man es auch belassen können, doch irgendwie landete das DAT der sich nach einiger Zeit auf eine grössere Zahl angehäuften Stücke bei OLD EUROPE CAFE, die es dann auch auf CD pressten. Und beim Durchhören im trauten Heim kann man noch so viel Sahne schäumen, bei dieser kruden Mischung aus Inspiration und Amateurismus will der Kaffee einfach nicht schmecken. Es ist schön, dass DIVINUS BAAL und RUNA Spass hatten beim Musizieren, doch diesen Einblick in ihr trautes Glück hätten sie dennoch nicht veröffentlichen müssen.

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