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DORN - Suriel

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Dorn-Suriel.jpg
Artist DORN
Title Suriel
Homepage DORN
Label CCP RECORDS
Veröffentlichung 01.01.2004
Leserbewertung
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10.0/10 (1 Bewertungen)

Einen Erfolg bedeutet „Suriel“ schon, ehe auch nur ein einziger Ton erklungen ist. Endlich wurde aus dem Einmann-Projekt DORN eine richtige Band, mit Schlagzeug, Bass und weiblichem Gesang. Für Roberto Liebig ging damit ein langgehegter Traum in Erfüllung, der seiner Herzensangelegenheit und der zentralen Tätigkeit in seinem Leben (die man ihm gegenüber niemals als „Projekt“ bezeichnen sollte!) nun endlich die Bühnen und Kellergewölbe der Clubs dieses Landes erschließen sollte. Bemerkenswert, dass er zu diesem Zweck sogar das Keyboard aus Händen gab – wo seine Ohren und sein Herz sich doch erst zu dessen Klängen öffnen.

Ein Aufbruchsalbum ist dies also, voller Mut und Tatendrang. Wer nun hinter der Ausweitung der stilistischen Palette in Richtung Gothic und himmlischem Black Metal eine kommerzielle Strategie oder den kalten Atem der Plattenfirma vermutet, hat weder von dieser Band, noch vom Musikgeschäft viel verstanden. Als milde arrogant und voller Selbstbewusstsein hat sich Liebig selbst bezeichnet, aber er ist auch ein Musiker in jeder Pore seines Körpers und nichts läge ihm ferner, als sich durch rationales Kalkül oder externen Druck in eine ihm nicht zugeneigte Nische pressen zu lassen. Vor soviel Aufrichtigkeit muss man den Hut ziehen und sie führt zu einigen bewegenden Momenten. Natürlich tauschen DORN Härte gegen Zugänglichkeit ein – aber das muss ja nicht zwangsläufig ein schlechter Trade-Off sein. Die tollen Synthie-Parts von „Mächtige Träume“ und die so melodische wie martialische Kraft von „Heldentod“ sprechen jedenfalls auch ganz ohne Muckibudenmentalität eine überzeugende Sprache. Phänomenale Tastenarbeit ziert auch das formidable Titelstück, das mit gleißenden Flächen und entrückten Leads rundum begeistert. Musikalisch passiert hier am Wenigsten, doch die Wirkung ist um so stärker. Genau diese Konzentration auf das Wesentliche fehlt nun leider einem nicht gerade geringfügigen Teil des übrigen Materials. Schon der Opener „Hass“ wartet mit gegrowlten Vocals, melodischem Frauengesang, schwebenden Keyboards und einer Art Klarinettensolo auf, ganz zum Schluss bimmelt dann sogar noch ein Vibraphon. Man mag sich ja manches Mal über die Monochromatik einiger Black Metal Bands mokieren, doch dies ist der Abwechslung dann beinahe schon zuviel. Genau so wie es wirklich vorbildliche Elektronikeinsätze gibt, sind einige Keyboardpassagen eher gruselig schwach und „Maskerade“ wiederum krankt, wie Vieles hier, an einem platten, all zu selbstmitleidigen Text: „Ich bin allein, es herrscht eine Leere in mir/ Fühl mich verlassen und weggestoßen/ Hatte mehr erwartet von Dir.“

Da hätte man eher von Roberto etwas mehr erwartet. Doch ist „Suriel“ auch ein Album des Übergangs mit den notgedrungenen Widersprüchen. Und wächst zudem mit jedem Hören. Überhaupt wird es hier für jeden Hörer noch lange nach dem ersten Durchgang so manches zu entdecken geben. Eines steht somit fest: Die musikalische Entdeckungsreise von DORN hat gerade erst begonnen. Wer sich jetzt auf sie einlässt, dürfte schon bald reichlich belohnt werden.

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Dorn 'Suriel' Tracklist
1. Hass Button MP3 bestellen
2. Heldentod Button MP3 bestellen
3. Morgengrauen Button MP3 bestellen
4. Gefallener Engel Button MP3 bestellen
5. Mächt. Träume
6. Diese Stimme Button MP3 bestellen
7. Maskarade
8. Suriel Button MP3 bestellen
9. Perigaeum Button MP3 bestellen
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