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DOWNSLIDE - s/t

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Downslide-Downslide.jpg
Artist DOWNSLIDE
Title s/t
Homepage DOWNSLIDE
Label RISING RECORDS
Leserbewertung
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Dass Großbritannien bis heute eine beinahe unvergleichliche Relevanz in Sachen Trends sowohl modischer als auch musikalischer Natur besitzt, hat die alternativ moderne Szene wohl spätestens seit dem kometenhaften Aufstieg von angesagten Mackern wie ENTER SHIKARI und BRING ME THE HORIZON zu Spüren bekommen. Besonders beliebt ist aktuell auf rein akustischer Ebene, wie man sieht und hört, die Verschmelzung von Geballer mit dem ebenfalls in England wurzelnden Elektro-/ Dubstep-/ Trance-Sound. Da kollidieren Welten, und man müsste meinen, es ergäben sich folglich ganz neue Pfade. DOWNSLIDE, selbsternannte Vertreter dieses neubritischen Stilmixes, stolpern jedoch eher unbeholfen im Unterholz herum und verschreiben sich einem Klang, der trotz diverser Einflüsse mit einem stark schalen Beigeschmack daherkommt.

Um die Jahrtausendwende fand man den hier mit reichlich Effektchen umbauten Nu Sound en masse vor – dabei existieren DOWNSLIDE erst seit 2008. Regressiv wie die erste Platte daher klingt, rauscht sie recht unhandlich am Ohr vorbei. Zwar spart man nicht mit Melodien, Hooks und Riffs, doch die daraus formgerecht gefertigten Stücke sind unbequem überladen mit Spielereien und offenbaren dabei Mängel an diversen Stellen. Anstatt die Elektronik auf erträgliche Art und die Kompositionen bereichernd zu verarbeiten, wird entweder mit Bumbum-Plastik viel zu sehr übertrieben, oder man landet in einem fragwürdigen R’n’B-/ Hip Hop-Ausflug wie „Seize it“. Einige der Riffs weisen zwar annehmbare Ansätze auf, doch haben sie kaum Zeit, sich wirklich zu entwickeln und im Konstrukt zu entfalten, bevor verstaubtes Nu Metal-Gehacke wieder das Ruder übernimmt. Frühe LINKIN PARK, DROWNING POOL und ähnliche Vertreter meint man erkennen zu können, doch der Blick fürs Wesentliche kommt bei DOWNSLIDE recht häufig abhanden. Auch durchgedrückte Double Bass und Gitarren-Geballer wirken dabei nur halbgar. Der Gedanke, dass das Endergebnis an Qualität definitiv reicher hätte sein können, lässt mich in Anbetracht von den beiden mich am ehesten ansprechenden Stücken „Blood of mine“ und „No more Pain“ jedoch nicht los. Hier wird stärker mit Emotionen, die Sänger Jimmy bislang nur sehr undeutlich anreißen konnte, agiert, ruhig und experimentell (und bei erstgenanntem auch noch mit schönem Bass) verfährt man dabei. Leider muss man nach solchen Feinheiten als Hörer erst suchen, bevor sie entsprechend auffallen.

Ähnlich sollten DOWNSLIDE nun auch verfahren, ihr bei weitem nicht in dem propagierten Maße gelungenes Debüt noch einmal umkrempeln und überlegen, wo man in Zukunft zielgerichteter ansetzen kann. Denn bis ein einigermaßen überzeugendes, eigenständiges Werk in Frage kommen kann, müssen die Briten noch eifrig filtern und sondieren. Selbst für dem Nu Metal noch immer vollends verfallene Hörer wird die Scheibe wahrscheinlich kein befriedigendes Erlebnis darstellen.

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