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DREAMARCHER - s/t

VN:F [1.9.22_1171]
dreamarcher-dreamarcher
Artist DREAMARCHER
Title s/t
Homepage DREAMARCHER
Label INDIE RECORDINGS
Veröffentlichung 28.10.2016
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.0/10 (2 Bewertungen)

Bei den Norwegern DREAMARCHER handelt es sich um einen Zusammenschluss von vier überwiegend im Jazz ausgebildeten Musikern, die die Idee hatten, eine Band mit technischem Anspruch zu gründen, die sich dem in ihrer Heimat allgegenwärtigen (Black) Metal aus einem anderen Blickwinkel „jenseits von Riffs und Blasts“ nähert. Nach zwei Jahren Arbeit ist nun das selbstbetitelte Debüt erschienen.

So wie sich das Album inhaltlich mit den emotionalen Gegensätzen befasst, denen sich einige Bandmitglieder persönlich ausgesetzt sahen, entschieden sich analog dazu DREAMARCHER auch in musikalischer Hinsicht für einen kontrastreichen Approach. Dieses Konzept ist aufgegangen, die stilistische Bandbreite der fünf Songs mit einer – für die relativ lange Entstehungsphase doch insgesamt recht kurzen – Spielzeit von etwa 32 Minuten reicht tatsächlich von ambientem Drone Doom über jazzig angehauchten Noise, garagigen Indie und verspielten Postrock bis hin zu harschem Black Metal. Der Ideenreichtum, den die vier Herren aus einer Kleinstadt am Hardangerfjord dabei an den Tag legen, ist beeindruckend, die technischen Fertigkeiten an den Instrumenten ebenfalls, jedoch birgt eine derartige Herangehensweise naturgemäß einige Stolperfallen, die DREAMARCHER nicht immer zu 100 % sicher umschiffen können. Der eine oder andere stilistische Bruch inmitten eines Songs ist doch zu abrupt, die Arrangements mitunter zu unausgegoren, um das Album zu einer homogenen, in sich stimmigen Angelegenheit zu machen. So wirken zum Beispiel die immer wieder auftretenden Blastbeat-Passagen teilweise doch arg rumpelig, besonders, wenn sie sich, wie im ansonsten sehr dunklen und sphärischen „Beat Them Hollow“ quasi ohne Vorwarnung aus dem Nichts erheben, oder, wie in „Burning The Remains“, mit irritierend Dur-lastigen, klaren Gesangslinien unterlegt sind. In solchen Momenten wirkt es, als würde hier Authentizität zugunsten erzwungener Kreativität geopfert. Wesentlich besser und „echter“ sind DREAMARCHER, wenn sie, wie in „Close Your Eyes“ oder dem schon erwähnten „Burning The Remains“, gewandt die Schnittmengen aus postmetallischen Riffs und progressiv-jazzigen Anklängen ausloten, oder, wie in „Impending Doom“ sämtliche Genre-Scheuklappen ablegen und nach Herzenslust zwischen LowFi-Indie, melancholischen Postrock-Teppichen und schwer mäandernden Doom-Riffs hin und her pendeln.

Fazit: DREAMARCHER legen mit ihrem Debüt ein definitiv höchst ambitioniertes und durchaus spannendes Album vor, dem man seinen Jazz-Background deutlich anhört und das durch seinen avantgardistischen Ansatz viel Aufmerksamkeit einfordert. Vieles bleibt dann dennoch eine Frage des Geschmacks und persönlichen Zugangs zu experimentellen Songstrukturen. Hörenswert ist dieses Album aber unbedingt.

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Dreamarcher 's/t' Tracklist
1. Beat them hollow Button MP3 bestellen
2. Impending doom Button MP3 bestellen
3. Burning the remains Button MP3 bestellen
4. Close your eyes Button MP3 bestellen
5. Shadows Button MP3 bestellen
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