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DUNDERBEIST - Tvilja

VN:F [1.9.22_1171]
Dunderbeist-Tvilja
Artist DUNDERBEIST
Title Tvilja
Homepage DUNDERBEIST
Label INDIE RECORDINGS
Leserbewertung
VN:F [1.9.22_1171]
7.3/10 (4 Bewertungen)

Die Norweger DUNDERBEIST sind so ein bisschen die WALTARI des Rock n’ Roll, nämlich vollkommen unberechenbar in der stilistischen Ausrichtung, äußerst wandlungsfähig, aber immer mit eigener Note, hohem Wiedererkennungswert und – noch wichtiger – immer mit handwerklich tadelloser Darbietung. Zehn Jahre sind die Wahnsinnigen mittlerweile unterwegs und haben es dabei auf stattliche acht Veröffentlichungen gebracht. Die aktuell vorliegende 5-Track-EP „Tvilja“ ist der Auftakt zu einer geplanten Trilogie zum Thema „Zweifel“.

Zweifel gehören bei DUNDERBEIST ohnehin generell zum Konzept. Zweifel als Teil ihrer kreativen Kraft sozusagen. Da verwundert es nicht, dass die Alben der Band immer wieder unerwartet anders klingen als ihre Vorgänger. „Tvilja“ macht da keine Ausnahme. Die Gefahr, knackige und kurzweilige 26 Minuten musikalischer Feinkost im Vorfeld zu zerreden, oder in diesem Fall zu zerschwärmen, ist groß, daher werde ich hier keine einzelnen Stücke hervorheben und analysieren, jeder sollte sich selbst ganz unbefangen von „Tvilja“ ein Bild machen. Nur soviel: Das Spektrum reicht auf dieser EP von (schweiß)treibenden Midtempo-Rockern mit viel Zug zum Tor über progressiv angehauchte, epischere Momente bis hin zur waschechten und völlig kitschfreien Ballade. All das ist sehr gelungen und vollkommen homogen arrangiert und geschickt mit maximalem Dynamik-Effekt zusammengestellt. Auffällig und zugleich das bemerkenswerteste Element an „Tvilja“ ist vor allem die schwelgerische Melancholie, die sich wie ein roter Faden durch die ruhigen und auch und gerade die härteren Momente der Musik zieht. Sie lässt DUNDERBEIST im Vergleich zu früheren Veröffentlichungen weniger humorig und extrovertiert, sondern beinahe ein wenig in sich gekehrt wirken – fragend und… ja… zweifelnd. Das steht der Band interessanterweise durchaus gut zu Gesicht und bringt außerdem ihren fast schon unheimlichen Hang zu erschreckend harmonischen Melodien hervorragend zur Geltung, für den die Norweger schon immer bekannt waren. Wer einmal das Glück hatte, DUNDERBEIST live zu erleben, wird wissen, was ich meine. Die gewagte Gratwanderung zwischen augenzwinkerndem, (Occult) Metal-Pathos und beinahe unverschämtem Wohlklang bekommt auf „Tvilja“ zwar eine leichte Schlagseite zu letzterem, ist aber dennoch (oder gerade deswegen?) erstaunlich reich an faszinierenden, mitunter euphorisierend wirkenden Höhepunkten und dabei durchweg eingängig.

Fazit? Gibt es im Grunde nicht. DUNDERBEIST bedeutet übersetzt „Donnerbiest“. Und wo das draufsteht, ist auch eins drin. Also anhören, das Ding, und toll finden!

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